HOME

Stromausfälle in den USA und Kanada: Dunkle Zeiten in Amerika

Mit Toronto und New York sind gleich zwei große Städte auf dem amerikanischen Kontinent am Montag Opfer großer Stromausfälle geworden. Immer wieder sorgen Unfälle und Überbelastung dafür, dass die Bewohner Nordamerikas plötzlich im Dunkeln stehen. Eine Chronologie der größten "Blackouts".

Schon mehrfach haben Stromausfälle weite Teile Nordamerikas lahmgelegt. Millionen Menschen in den USA und Kanada sitzen dann je nach Jahreszeit bei schwüler Hitze ohne Klimaanlage oder bei klirrender Kälte ohne Heizung im Dunkeln.

Der bisher größte "Blackout" vom 14. bis zum 17. August 2003 betrifft mehr als 50 Millionen Menschen in den USA und Kanada. Zeitweise werden mehr als 100 Kraftwerke abgeschaltet, darunter 9 Atomkraftwerke. Fünf Todesfälle werden im Zusammenhang mit dem Stromausfall registriert. Als Ursachen gelten Computerfehler bei einem Energieunternehmen in Ohio und ein altes Netz.

Im Dezember 1998 löst ein Stromausfall in San Francisco das größte Chaos in der kalifornischen Stadt seit dem Erdbeben 1989 aus. Wegen einer Panne bei Wartungsarbeiten sind in der Stadt und ihrer Umgebung fast 400 000 Haushalte und Firmen etwa acht Stunden ohne Strom. Rund eine Million Menschen sind betroffen.

Nach tagelangem Eisregen erklärt am 10. Januar 1998 US-Präsident Bill Clinton den Nordosten des Landes zum Katastrophengebiet. Fast vier Millionen Menschen sitzen bei flächendeckenden Stromausfällen ohne Heizung, Licht und Wasser in ihren Häusern.

Die Überhitzung und Überlastung von Hochspannungsleitungen löst im August 1996 in neun westlichen US-Bundesstaaten massive Stromausfälle aus. Fünf Millionen Amerikaner müssen bei Gluthitze von etwa 40 Grad Celsius bis zu acht Stunden lang ohne Energie auskommen.

Die kalifornischen Städte Los Angeles, San Francisco und San Diego versinken im Dezember 1982 nach Sturmschäden in Dunkelheit. Auch Las Vegas im Bundesstaat Nevada ist ohne Strom. Insgesamt sind rund zwei Millionen Haushalte mindestens eine Stunde lang betroffen.

Der Stromausfall in New York am 13. Juli 1977 erreicht traurige Bekanntheit durch massive Plünderungen. In einer heißen Sommernacht bricht nach einem Blitzschlag in einen Transformator das überlastete Stromnetz zusammen. Bei zehn Millionen Menschen geht das Licht für bis zu 25 Stunden aus.

Ein schwerer Stromausfall im Nordosten der USA und in Kanada im November 1965 trifft bis zu 30 Millionen Menschen. Ursache ist ein defektes Relais. In New York bricht der Verkehr zusammen, Zehntausende bleiben in Fahrstühlen stecken. Erst nach knapp einem Tag normalisiert sich die Stromversorgung wieder.

DPA / DPA