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Luftangriffe trafen Krankenhaus Das Drama von Aleppo

Syrien: Die Zahl der Toten in Aleppo ist auf über 50 angestiegen
Schlimme Bilder aus Syrien: Die Zahl der Toten bei den Luftangriffen auf ein Krankenhaus und Nachbargebäude in Aleppo ist auf mehr als 50 gestiegen.
© Ameer Alhabi/AFP
Das erbittert umkämpfte syrische Aleppo kommt nicht zur Ruhe: Zum zweiten Mal binnen weniger Tage ist in der Stadt ein Krankenhaus bombardiert worden. Doch das ist nicht die einzige dramatische Konsequenz des Bürgerkriegs für die Stadt.

Die Metropole Aleppo und die gleichnamige Provinz im Norden Syriens sind das bedeutendste Schlachtfeld in dem Bürgerkriegsland. In der ehemals florierenden Wirtschaftsmetropole und ihrer Umgebung sind praktisch alle Konfliktparteien präsent - von der syrischen Armee bis hin zu den Dschihadisten vom Islamischen Staat (IS). Und in den vergangenen Tagen sind in Aleppo die schwersten Kämpfe seit Ausrufung der Waffenruhe in Syrien Ende Februar aufgeflammt.

Aktivisten zufolge sind binnen einer Woche in Aleppo mehr als 200 Zivilisten getötet worden. In der Nacht zum Donnerstag starben bei der Bombardierung eines von Ärzte ohne Grenzen unterstützten Krankenhauses mehr als 50 Menschen, darunter der letzte praktizierende Kinderarzt in den Rebellen-Vierteln von Aleppo. Am Freitag wurden beim Angriff auf den von Rebellen kontrollierten Stadtteil Al-Mardscha laut zivilen Helfern mehrere Menschen verletzt. Der Lärm von Luftangriffen und Bombenfeuer mischte sich in Aleppo mit Sirenen von Rettungswagen, wie ein AFP-Reporter berichtete. "Die Erde erzittert unter unseren Füßen", berichtete ein Anwohner. "Es gab keine Pause in der Nacht, wir haben kein Auge zugetan."

Aleppo am Rande einer Katastrophe

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) warnte, Aleppo stehe "am Rande einer humanitären Katastrophe". Die Zivilbevölkerung gerät immer mehr zwischen die Fronten, denn in Aleppo kämpfen nicht nur die syrische Armee und gemäßigte Rebellen, sondern auch die schiitische Hisbollah-Miliz, Kurden, Dschihadistenmilizen wie der IS und die Al-Nusra-Front.

Nach Angaben der regierungsnahen Zeitung "Al-Watan" bereitet die Armee von Staatschef Baschar al-Assad derzeit die "entscheidende Schlacht" zur Rückeroberung Aleppos vor. "Aleppo ist der Schlüssel zu Krieg und Frieden in Syrien", analysiert der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman.

Mehr als eineinhalb Millionen Menschen flohen

Vor dem Krieg lebten in Syriens Wirtschaftsmetropole zweieinhalb Millionen Menschen, heute sind es nur noch rund eine Million. Aleppo ist aufgeteilt in von Rebellen und von der syrischen Armee und ihren Verbündeten gehaltene Gebiete. Auch die Provinz Aleppo ist zersplittert in Gebiete der Regierungstruppen, der Rebellen, Dschihadisten und Kurden.

Aleppo gehört zu den ältesten ununterbrochen bewohnten Städten der Welt, mindestens seit 4000 vor Christus ist der strategisch bedeutsame Ort zwischen Mittelmeer und Mesopotamien besiedelt. Von ihren Glanzzeiten zeugen noch einige architektonische Meisterwerke.

In moderner Zeit gründete sich der Wohlstand der Stadt vor allem auf die Textilindustrie und weitere Handwerkszweige. 1979 fiel Aleppo allerdings nach einem Anschlag auf die Militärakademie der Stadt bei der syrischen Führung in Ungnade, weil Aleppos Händler die Erhebung der Muslimbrüder unterstützt hatten, die hinter dem Anschlag vermutet wurden.

Wohlstand in den 90ern

In den 90er Jahren errang die Stadt einen gewissen Wohlstand zurück. Nach dem Beginn der Proteste gegen Assad im Frühjahr 2011 stürzte Aleppo aber im Juli 2012 vollends in den Bürgerkrieg: Rebellen eroberten den Großteil der Stadt, woraufhin die syrische Armee mit Luftangriffen auf Aleppo begann und dabei auch immer wieder Fassbomben abwarf. Auch nach Inkrafttreten der Waffenruhe am 27. Februar kehrte in Aleppo nicht dauerhaft Ruhe ein.

"Das Hauptschlachtfeld ist die Provinz Aleppo", sagt dazu der Syrien-Experte Fabrice Balanche. "Assad muss Aleppo kontrollieren, wenn er nicht Präsident von nur der Hälfte des Landes sein will."

feh AFP

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