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Teneriffa: Flüchtlingsdrama auf Ferieninsel

Vor der Küste der Kanareninsel Teneriffa hat die spanische Küstenwache ein Boot mit beinahe hundert Flüchtlingen aufgebracht. Doch für keinen der Afrikaner hat sich die Lebensgefahr gelohnt.

Fast 90 schiffbrüchige Afrikaner sind vor der Küste Mauretaniens von einem spanischen Fischerboot gerettet worden. Fast ein Viertel der Flüchtlinge musste unter anderem wegen Unterkühlung auf einem Lazarettschiff behandelt werden, mindestens einem wurden wegen schwerer Erfrierungen Finger amputiert. Ein Afrikaner war bereits während der Überfahrt gestorben, ein anderer starb kurz nach der Rettung, wie die Behörden am Mittwoch mitteilten. Das spanische Außenministerium erklärte, es verhandele mit mehreren afrikanischen Staaten über die Aufnahme der Flüchtlinge. Das Flüchtlingsboot sei vermutlich im Senegal aufgebrochen. Die senegalesischen Behörden kündigten an, die Geretteten aufzunehmen. "Wenn es ein Boot ist, das im Senegal gestartet ist, werden sie sie in den Senegal zurückbringen", sagte ein Behördensprecher.

Ein spanisches Krankenhausschiff ist Diplomatenkreisen zufolge mit 91 afrikanischen Flüchtlingen in den Senegal unterwegs. Die Regierung Senegals habe eingewilligt, die am Donnerstag in der Hauptstadt Dakar eintreffenden Migranten von Bord gehen zu lassen, hieß es am Mittwoch. Unter den Passagieren der "Esperanza del Mar" seien auch Frauen und Kinder, sowie sieben Menschen mit ernsthaften Verletzungen.

Verzweifelte stürmen Boot

Die Afrikaner waren am Montag vor der Küste Mauretaniens von einem spanischen Fischerboot aufgegriffen worden. Sie waren bereits mehrere Tage auf hoher See. Die verzweifelten Flüchtlinge seien geradezu auf das Boot gestürmt, berichtete ein Diplomat. Später seien sie dann auf das spanische Krankenhausschiff gebracht worden. Allein im vergangenen Jahr wurden mehr als 30.000 afrikanische Flüchtlinge auf dem Weg zu den Kanarischen Inseln aufgegriffen. Mehr als 500 kamen nach Angaben der Behörden bei der Überfahrt ums Leben.

Glimpflicher endete die Überfahrt für rund 200 Flüchtlinge, deren Boot die griechische Küstenwache am Donnerstag vor der kleinen Kykladeninsel Kea entdeckt hat. Die Behörden leiteten eine umfangreiche Rettungsaktion ein, weil das rund 25 Meter lange Fischerboot überfüllt war und in stürmischer See trieb. Wie die Küstenwache weiter mitteilte, wurde das Flüchtlingsboot von Schnellbooten ins Schlepptau genommen. Es sollte am Nachmittag den Hafen von Lavrion erreichen. "Wir gehen davon aus, dass rund 200 Menschen an Bord sind. Sie scheinen alle wohlauf zu sein", sagte ein Sprecher der Küstenwache im Rundfunk. Es war zunächst unklar, woher die Flüchtlinge stammen.

DPA/Reuters / DPA / Reuters