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Facebook und Twitter als Informationsquelle: Warum die Polizei die Täter nicht zu fassen bekommt

Seit mehr als 40 Stunden sind die Paris-Attentäter nun schon auf der Flucht. Eliteeinheiten durchkämmen den Norden Frankreichs - bisher ohne Erfolg. Zwei Dinge dürften den Tätern zugute kommen.

Französische Polizisten in Corcy im Nordosten von Paris. Mehrere Häuser wurden bereits durchsucht.

Französische Polizisten in Corcy im Nordosten von Paris. Mehrere Häuser wurden bereits durchsucht.

Zwölf Menschen sind bei dem Attentat gegen die französische Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" am Mittwochmittag gestorben - und Frankreich jagt die Täter. Tausende Polizisten und Ermittler sind im Einsatz, doch große Erfolge können sie bisher nicht vermelden. Noch immer ist der Aufenthaltsort der Tatverdächtigen, der beiden 32 und 34 Jahre alten Brüder Kouachi, unbekannt. Mit Hochdruck durchkämmen die Einsatzkräfte die Region im Nordosten Frankreichs, in der die Täter gesehen worden sein sollen; mehrere Häuser haben sie durchsucht. Gefunden wurde: offenbar nichts. Die schwer bewaffneten Männer sind noch immer auf der Flucht. Der letzte Stand: Die Männer flüchteten in ein Waldgebiet.

Dass zwei Männer einer solchen Großfahndung entgehen können, macht viele Beobachter fassungslos. Dabei könnte den beiden gerade die Tatsache entgegen kommen, dass sie nur zu zweit sind: So sind sie beweglicher, flexibler, schneller. Der Staatsapparat scheint ihnen nur schwer folgen zu können, der logistische Aufwand ist groß. Bereits kurz nach dem Attentat haben die Täter das Auto gewechselt. Die Flucht scheint gut geplant.

Zum zweiten dürften die Täter von dem gewaltigen Aufwand profitieren, mit dem Medien ihre Flucht verfolgen. Es gibt zahlreiche Newsticker und Live-Aufnahmen, Korrespondenten beobachten die Geschehnisse genau - und schicken das, was sie erfahren, schnellstmöglich um die Welt. Dazu kommen Twitter, Facebook, soziale Netzwerke. Überall, wo sie sich aufhalten, dürften die Männer Zugang zu diesen Informationen haben. Wie zielstrebig und routiniert die beiden den Anschlag durchzogen, hat gezeigt, zu was sie in der Lage sind. Bei ihrer Flucht scheinen sie ähnlich professionell vorzugehen wie bei ihrer Tat.

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