HOME

TERRORISMUS: Anschlag auf Flugzeug verhindert

Auf dem Flug von Paris nach Miami wollte ein Passagier offenbar einen Sprengsatz zünden. Der Anschlag konnte verhindert und das US-Passagierflugzeug nach Boston umgeleitet werden.

Durch die Geistesgegenwart von Passagieren und Flugbegleitern ist eine US-Verkehrsmaschine mit 197 Personen an Bord über dem Atlantik offenbar nur knapp einem Bombenanschlag entgangen. Auf dem Flug von Paris nach Miami hatten Flugbegleiter am Samstag Schwefel in der Kabine gerochen und bemerkt, dass ein arabisch aussehender Mann mit einem Streichholz an seinem Schuh hantierte. Flugbegleiter und Passagiere stürzten sich auf den Mann und überwältigten ihn. In seinen Schuhen seien Sprengstoff und Zündschnüre entdeckt worden, sagte der Direktor des Flughafens Boston, Tom Kinton. Dorthin war die Maschine der American Airlines umgeleitet worden. Mit zwei entführten Maschinen derselben Fluggesellschaft waren zwei der Anschläge vom 11. September verübt worden.

Zwei F-15-Kampfflugzeuge der USA hatten das Flugzeug nach dem dramatischen Zwischenfall nach Boston eskortiert. Ein Sprecher des Präsidialamts sagte, Präsident George W. Bush sei über den Vorfall informiert worden. Das FBI leite die Ermittlungen.

Der mutmaßliche Attentäter habe genug Sprengstoff dabei gehabt, um Unheil anzurichten, sagte Kinton. Man vermute, dass es sich um C4-Sprengstoff handelt, der unter anderem für militärische Zwecke benutzt wird. Die Schuhe würden von der Bundespolizei FBI untersucht.

Einige Flugbegleiter seien bei dem Handgemenge mit dem mutmaßlichen Attentäter verletzt worden, sagte Kinton. Sie hätten um Hilfe geschrieen. Daraufhin seien Passagiere ihnen zur Hilfe geeilt. Ein französischer Fluggast sagte, er sei sofort aufgesprungen, als er die Hilfeschreie gehört habe. »Ich handelte instinktiv, es ging alles so schnell«. Er habe gesehen, wie Passagiere und Flugbegleiter mit dem Mann gerungen hätten und habe dabei geholfen, den Mann zu überwältigen. »Wir haben ihn an den Händen gepackt und versucht, ihn in den Griff zu bekommen«. Einige Passagiere hätten den großen, rund 90 Kilo schweren Mann dann mit Gürteln gefesselt. Der Araber habe dabei einer Flugbegleiterin in die Hand gebissen.

Die für den internationalen Flughafen Boston-Logan zuständigen Einwanderungsbehörden teilten mit, der britische Pass des Mannes sei offenkundig gefälscht. Der Ausweis sei vor drei Wochen in Belgien ausgestellt worden.

Nach den Anschlägen vom 11. September war die Flugsicherheit weltweit erhöht worden. Die US-Flugsicherheitsbehörde FAA gab vor den Weihnachtsfeiertagen eine Warnung an alle Fluglinien heraus, bei Kontrollen auch die Schuhe der Passagiere auf Sprengstoff zu untersuchen.