HOME

Terrorismus: Deutsche sollen Anschlag in Nairobi vorbereitet haben

Deutsche Islamisten sollen an der Planung des Überfalls auf ein Einkaufszentrum in Nairobi beteiligt gewesen sein. Im Visier der Ermittler: der Bonner Konvertit Andreas "Ahmed Khaled" Müller.

Deutsche Islamisten sollen einem Medienbericht zufolge an der Planung des Überfalls auf ein kenianisches Einkaufszentrum mit über 70 Toten beteiligt gewesen sein. Entsprechende Erkenntnisse lägen dem israelischen Geheimdienst Mossad vor, berichtet das Magazin "Focus". Deutsche Sicherheitsbehörden schließen demnach nicht aus, dass ein Bonner Konvertit in die Vorbereitung des Anschlags der somalischen Al-Schabaab-Miliz verwickelt war. Andreas "Ahmed Khaled" Müller zähle nach Erkenntnissen der Staatsschützer zur Kommandoebene der radikal-islamischen Brigaden.

Das Bundeskriminalamt (BKA) äußerte sich zu dem Bericht nicht und verwies auf die kenianischen Behörden. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte auf Anfrage, bei der Untersuchung des Anschlags unterstützten deutsche Kriminalisten die kenianischen Behörden vor Ort. Die Ergebnisse dieser Ermittlungen seien abzuwarten. "Dann wird man sehen, ob sich der Verdacht erhärtet." Nach Erkenntnissen der Staatsschützer zählt Müller zur Kommandoebene der radikal-islamischen Brigaden.

Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen warnte im "Focus", deutsche Bürger und Einrichtungen in Afrika könnten ins Visier der Schabaab-Miliz geraten. Zu den potenziellen Zielen rechnet das BKA dem Bericht zufolge deutsche Hilfsorganisationen oder den deutschen Marine-Stützpunkt in Dschibuti, das ein Nachbarland Somalias ist. Die afrikanischen Islamisten sammelten aber auch in Deutschland Geld, wo nach BKA-Angaben knapp 7000 Somalis lebten. Die Helfer der Schabaab agierten vor allem in Köln und Bonn, München und in der Region Augsburg. Mutmaßliche Anhänger der Organisation stünden unter der Beobachtung der Sicherheitsbehörden, sagte Maaßen dem Magazin.

Bei dem Angriff der Islamisten auf ein Einkaufszentrum in Nairobi wurden mindestens 72 Menschen getötet. Das BKA entsandte Experten in die kenianische Hauptstadt, um bei der Identifizierung der Toten zu helfen.

Reuters/DPA / DPA / Reuters