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Terrorwarnung in den USA: "Mehr als das übliche Gerede"

US-Heimatschutzminister Tom Ridge warnt vor Anschlägen auf Finanzinstitutionen in den USA. Die Hinweise seien sehr konkret, örtlich wurde die Sicherheitsstufe auf Orange angehoben.

Die US-Regierung hat am Sonntag vor Anschlägen auf symbolträchtige Finanzinstitutionen in New York, Washington und Newark gewarnt. Es gebe Geheimdienstberichte, die auf Anschläge mit Auto- oder Lastwagenbomben hindeuteten, erklärte Heimatschutzminister Tom Ridge. Konkret wurden als gefährdet die Gebäude der Citicorp und der Börse in New York, der Internationale Währungsfonds und die Weltbank in Washington sowie das Gebäude der Prudential in Newark bezeichnet.

Die Berichte deuteten daraufhin, dass die Terrororganisation Al Kaida diese Anschläge plane. Ridge erklärte, die Sicherheitsstufe für die Finanzinstitutionen werde auf Orange erhöht. Das ist die zweithöchste Stufe. Ansonsten bleibe es bei der Alarmstufe Gelb. Nur in New York gilt seit den Anschlägen vom 11. September schon Alarmstufe Orange. Die Bedrohungslage halte bis zur Präsidentenwahl am 2. November an, sagte Ridge. Die Polizei in New York hatte schon am Samstagabend eine Terrorwarnung herausgegeben. Sie riet zu verstärkten Sicherheitsvorkehrungen für potenziell gefährdete Gebäude und Einrichtungen auf. In der Warnung gab es jedoch keine Hinweise darauf, wann oder auf welche Weise ein solcher Anschlag stattfinden könnte.

Detaillierte Informationen aus verschiedenen Quellen

Ridge begründete die konkrete Warnung mit sehr detaillierten Informationen, die sich auf verschiedene Quellen stützen. Hier handele es sich um mehr als das übliche Gerede, sagte der Heimatschutzminister. Ein ranghoher Geheimdienstbeamter sagte, solche Detailinformationen über ein möglicherweise bevorstehendes Ereignis habe er in seiner 24-jährigen Arbeit noch nicht auf den Tisch bekommen.

Der Fernsehsender ABC berichtete, Al Kaida wolle Attentäter über Mexiko in die USA bringen. Weiter hieß es, es seien Selbstmordanschläge in New York in einem Zeitraum bis zur Präsidentenwahl am 2. November geplant. Vom 30. August bis zum 3. September findet im New Yorker Madison Square Garden der Wahlparteitag der Republikaner statt, auf dem Präsident George W. Bush offiziell zum Präsidentschaftskandidaten der Partei gekürt wird.

Festnahme einer Verdächtigen

Ein Polizeisprecher sagte der „New York Times“, die Warnung sei das Ergebnis eines Treffens zwischen Polizeichef Raymond Kelly und dem Leiter der New Yorker FBI-Abteilung, Pasquale Damuro, am Freitagabend.

Genährt werden solche Befürchtungen durch die Festnahme einer Frau mit einem südafrikanischen Pass nahe der mexikanisch-amerikanischen Grenze in der vergangenen Woche. Sie habe 7.000 Dollar Bargeld bei sich gehabt. Nach Abgaben der Behörden wollte sie mit einem Flugzeug nach New York fliegen. Dem Vernehmen nach fehlten in dem Pass der 48 Jahre alten Frau vier Seiten. ABC berichtete, die Frau stamme aus Pakistan. Die US-Behörden prüfen offenbar, ob Verbindungen zu Al Kaida bestehen. Laut Flugdokumenten reiste die Frau über Johannesburg, Dubai und London nach Mexiko-Stadt. Nach Angaben der Behörden gab sie an, sie sei anschließend über die mexikanische Grenze in die USA eingeschleust worden.

AP / AP / DPA