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Treffen zwischen Bush und Putin: Zum Anfang erstmal Angeln

Trotz - oder wegen - der Spannungen aufgrund des geplanten US-Raktenschilds geben sich US-Präsident George W. Bush und Russlands Staatsoberhaupt Wladimir Putin betont entspannt bei ihrem Gipfeltreffen auf dem Landsitz von Bushs Eltern. Zum Start ging es erstmal aufs Wasser.

US-Präsident George W. Bush und sein russischer Kollege Wladimir Putin haben in entspannter Atmosphäre über eine Beilegung der Differenzen beider Länder gesprochen. Auf der Sommerresidenz der Bush-Familie in Kennebunkport im US-Bundesstaat Maine hätten beide Politiker "eine Reihe von Vereinbarungen getroffen", sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Sonntagabend (Ortszeit) ohne nähere Angaben. Die Gespräche seien "konkret und mit Humor" geführt worden.

Am Montag sollen die jüngsten Konflikte um die geplante US-Raketenabwehr für Mitteleuropa sowie die Unabhängigkeit der abtrünnigen serbischen Provinz Kosovo angesprochen werden. Bei einem gemeinsamen Abendessen hätten Bush und Putin einander zugesagt, dass ungeachtet der jüngsten Spannungen und Irritationen das Positive in den Beziehungen der USA und Russlands bewahrt bleibe. "Davon sind beide Seiten überzeugt", sagte Putins außenpolitischer Berater Sergej Prichodko vor Ort nach Angaben der Agentur Interfax.

Angeln auf dem Atlantik

Bush empfing Putin am Sonntag (Ortszeit) als ersten ausländischen Staatsgast auf der Sommerresidenz seiner Eltern an der Atlantikküste. Bush und Putin redeten im kleinen Kreis ohne Dolmetscher und ohne vorher festgelegte Tagesordnung. Gemeinsam mit Bushs Vater, dem früheren US-Präsidenten George H.W. Bush, unternahmen sie auch eine Angeltour auf dem Atlantik. Beim Abendessen gab es Hummer und marinierten Schwertfisch sowie zum Nachtisch Heidelbeer-Kuchen.

Bush sucht die Unterstützung Putins für eine Verschärfung der internationalen Sanktionen gegen den Iran. Bereits im Vorfeld des Treffens haben sowohl das Weiße Haus als auch der Kreml vor allzu großen Erwartungen an das Treffen gewarnt. In den vergangenen Monaten hatte Putin wiederholt die US-Führung für eine "imperiale Politik" kritisiert. Im Streit um die Nichtratifizierung des KSE-Vertrags über konventionelle Streitkräfte in Europa durch die NATO-Staaten drohte der Kremlchef mehrfach, die russischen Raketen auf neue Ziele in Europa auszurichten.

Kurz vor der Ankunft Putins hatten rund 1500 Menschen in der Nähe des Sommerhauses gegen die US-Politik im Irak protestiert.

DPA/Reuters / DPA / Reuters