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Corona-Krise: Trotz neuer 850-Milliarden-Hilfe: Nur 37 Prozent der Amerikaner vertrauen Donald Trump

Donald Trumps Umfragewerte waren noch nie gut und auch milliardenschwere Hilfspakete gegen die Corona-Krise ändern daran nichts. Nicht einmal 37 Prozent der Amerikaner glauben einer Umfrage zufolge den Informationen aus dem Weißen Haus.

Donald Trump im Weißen Haus

Pressekonferenz mit Donald Trump im Weißen Haus: Weniger als die Hälfte der Amerikaner glaubt den Informationen, die der US-Präsident verbreitet.

AFP

Das Krisenmanagement von Donald Trump steht unter verschärfter Beobachtung. Dem US-Präsidenten wird vorgeworfen, die Gefahr durch das Coronavirus lange Zeit kleingeredet zu haben. Seitdem die Auswirkungen der Pandemie die Kurse der US-Aktien auf eine historische Talfahrt geschickt hat, und sie sogar eine Wirtschaftskrise abzeichnend, die seine Chancen auf eine Wiederwahl im November verschlechtern, sieht er sich gezwungen zu handeln. Dennoch traut die Bevölkerung ihrem Staatsoberhaupt nicht besonders viel zu, wie erste Umfragen ergeben.

Mehr Hilfsmilliarden als bei Bankenkrise 

Zunächst zu den neuen Hilfsmaßnahmen: Donald Trump will Medienberichten zufolge ein Nothilfepaket in Höhe von 850 Milliarden Dollar (mehr als 760 Milliarden Euro) auflegen. Finanzminister Steve Mnuchin wolle beim Kongress um Zustimmung für die Maßnahmen zur Stützung der US-Wirtschaft werben, berichteten die "Washington Post" und das "Wall Street Journal". In dem Paket enthalten seien demnach Steuererleichterungen für US-Bürger sowie 50 Milliarden Dollar an Nothilfen für Fluggesellschaften. Sollten sich die Summen bestätigen hätte es einen größeren Umfang als jenes in der Zeit der Finanzkrise 2008, das rund 700 Milliarden Dollar betrug.

Das von den oppositionellen Demokraten kontrollierte Repräsentantenhaus hatte bereits vergangene Woche für ein Hilfspaket gestimmt, das unter anderem bezahlte Krankheitstage und eine Ausweitung der Arbeitslosenhilfe vorsieht. Allerdings hat das Paket mit einem geschätzten Umfang von 100 Milliarden Dollar noch nicht den von Trumps Republikanern kontrollierten Senat passiert.

Donald Trump verspricht Steuererleichterungen

Trump hat sich wiederholt dafür ausgesprochen, mit Steuererleichterungen auf die Coronavirus-Krise zu reagieren. Kritiker wenden ein, davon würden viele Menschen nicht profitieren - unter anderem jene, die wegen der Pandemie ihren Job verloren haben oder bereits vorher arbeitslos waren. Das Virus breitet sich derzeit auch in den USA rasant aus. Inzwischen wurden bereits mehr als 4600 Infektionen und mindestens 85 Tote gemeldet.

Ersten Umfragen zum Krisenmanagement Trumps zufolge vertraut etwas mehr ein Drittel der US-Amerikaner dem Staatschef in Sachen Anti-Corona-Kampf.  Laut der Sender NPR und PBS hätten 37 Prozent der Befragten ein gutes Gefühl oder sogar sehr großes Vertrauen in die Informationen, die das Weiße Haus über die Corona-Krise verbreitet. 60 Prozent dagegen gaben an, dass sie auf Trumps Worte entweder gar nichts oder nur wenig geben würden. Diese Werte lägen noch unter denen von anderen Informationsquellen, wie lokale Regierungen und Nachrichtensender, so die Umfrage.

nik/tkr/DPA

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