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Trotz Sieg gegen Rudd im Umfrageloch Julia Gillard bleibt Regierungschefin in Australien


Der Machtkampf ist zu Ende. Australiens Regierungschefin Gillard hat sich gegen ihren Rivalen durchgesetzt. Jetzt geht es um die nächsten Wahlen. Gillard sitzt aber in einem tiefen Umfrageloch.

In einer Kampfabstimmung um die Partei- und Regierungsspitze hat die australische Regierungschefin Julia Gillard sich am Montag durchgesetzt. Sie distanzierte ihren Herausforderer Kevin Rudd deutlich mit 71 zu 31 Stimmen, wie die Fraktion der Labor-Partei anschließend mitteilte. "Die Führungsfrage ist gelöst", sagte Gillard anschließend. "Das politische Drama ist zu Ende. Jetzt konzentrieren wir uns auf 2013." Dann finden die nächsten Wahlen statt. Labor ist in Umfragen auf ein Rekordtief gesunken.

"Ich gratuliere Julia Gillard für das starke Ergebnis. Die Fraktion hat gesprochen", sagte Rudd. "Ich werde mich nun voll für ihre Wiederwahl als Premierministerin einsetzen." Vor wenigen Tagen noch hatte Rudd Gillard die Fähigkeit abgesprochen, die nächsten Wahlen zu gewinnen und damit seine Herausforderung begründet. Rudd, 54, war Gillards Vorgänger als Partei- und Regierungschef. Gillard, 50, hatte ihn erst vor gut 18 Monaten gestürzt. Sie ernannte den Rivalen dann zum Außenminister. Von dem Posten trat Rudd vergangene Woche zurück.

Rudd als einfacher Abgeordneter im Parlament

Rudd wollte nach der Niederlage als einfacher Abgeordneter im Parlament bleiben. "Viele glauben, er wird abwarten und erneut antreten, wenn Labor in den Umfragen nicht besser abschneidet", mutmaßte Labor-Politiker Peter Beattie. Die Regierung hält sich nur mit den Stimmen von Grünen und Unabhängigen. Nach derzeitigen Umfragen würde die konservative Opposition unter Tony Abbott bei Wahlen deutlich gewinnen. Rudd hatte in Wählerumfragen am Wochenende besser als Gillard und Oppositionsführer Abbott abgeschnitten.

Seine Popularität habe ihn aber nicht zu einem guten Regierungschef gemacht, sagte Gillard vor der Abstimmung nach Angaben von Anwesenden: "Reden ist leicht, etwas zu erreichen ist schwieriger. ICH bin der Macher." Die konservative Opposition forderte am Montag Neuwahlen. "Wir brauchen Wahlen, weil das Volk, nicht irgendwelche gesichtslosen Männer, den Regierungschef bestimmen sollten", sagte er dem Fernsehensender Seven Network.

kave/DPA DPA

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