HOME

Wikileaks-Gründer: Julian Assange will in die Politik gehen

Vom Hausarrest in die Politik: Julian Assange will 2013 für einen Sitz im Senat seines Heimatlandes Australien kandidieren. Juristisch gebe es trotz des laufenden Verfahrens gegen den Wikileaks-Gründer keine Einwände, gab das Enthüllungportal bei Twitter bekannt.

Der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, will für einen Senatsposten in seiner Heimat Australien kandidieren. Das teilte Wikileaks am Samstag mit. Dass gegen den 40-Jährigen ein Verfahren laufe, sei dafür kein Hindernis. Juristisch gebe es keine Einwände, erklärte die Enthüllungsplattform am Samstag über den Kurznachrichtendienst Twitter: "Julian hat sich entschieden anzutreten."

Derzeit wehrt sich Assange gegen eine mögliche Auslieferung von Großbritannien nach Schweden. Die schwedische Justiz wirft Assange Vergewaltigung und sexuelle Belästigung zweier Frauen vor. In London, wo er Ende 2010 festgenommen wurde, lebt er deshalb unter strengen Auflagen mit elektronischer Fußfessel. Eine Entscheidung des höchsten britischen Gerichts über seine Auslieferung wird demnächst erwartet. Assange wehrt sich gegen eine Überstellung und bestreitet die Vorwürfe. Er sieht hinter dem Verfahren einen möglichen politischen Racheakt für frühere Veröffentlichungen seiner Enthüllungsplattform.

Assange gegen Gillard

Wikileaks hatte Ende 2010 rund 250.000 interne Mitteilungen aus US-Botschaften in aller Welt veröffentlicht und so den Zorn Washingtons auf sich gezogen. Bereits zuvor hatte die Plattform große Mengen vertraulicher Daten aus dem US-Verteidigungsministerium zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan öffentlich gemacht.

Australiens Regierungschefin Gillard hatte die Veröffentlichung der US-Diplomatendepeschen als "höchst verantwortungslos" kritisiert und die australische Polizei angewiesen zu prüfen, ob Wikileaks gegen australisches Recht verstoßen habe. Die Behörden kamen aber zu dem Schluss, dass dies nicht der Fall gewesen sei.

Für welchen Bundesstaat Assange 2013 ins Rennen gehen werde ist noch unklar, werde aber "zu einem angemessenen Zeitpunkt" mitgeteilt. Wikileaks kündigte zudem an, auch für die im kommenden Jahr geplanten Parlamentswahlen in Australien einen Kandidaten aufzustellen. Dieser solle gegen Premierministerin Julia Gillard in deren Wahlkreis antreten. Wer dies sein soll, werde zu gegebener Zeit enthüllt.

roh/DPA/AFP / DPA