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Juli Briskman: Sie wurde entlassen, weil sie Trump den Finger zeigte - jetzt verklagt sie ihren Ex-Arbeitgeber

Ihr Bild ging um die Welt: Die radelnde Juli Briskman zeigte der an ihr vorbeifahrenden Trump-Kolonne den Mittelfinger. Ihr Arbeitgeber feuerte sie daraufhin. Jetzt klagt die zweifache Mutter gegen ihre Ex-Firma.

Juli Briskman wird von Donald Trumps Auto-Konvoi überholt und zeigt einen Stinkefinger

Stinkefinger fürs Staatsoberhaupt: Juli Briskman wird von Donald Trumps Auto-Konvoi überholt und zeigt dem Präsidenten, was sie von ihm hält. Die Geste kostete die zweifache Mutter ihren Job.

AFP

Mit einem Foto auf dem sie der Präsidenten-Kolonne von Donald Trump auf ihrem Fahrrad sitzend den Mittelfinger zeigte, wurde Juli Briskman im vergangenen Jahr über Nacht berühmt. Für ihre Geste wurde sie von vielen gefeiert. Von ihrem Arbeitgeber jedoch wurde sie gefeuert. Jetzt klagt sie gegen ihre ehemalige Firma.

Ende Oktober hatte die 50-Jährige dem Auto-Konvoi des Präsidenten den Stinkefinger gezeigt, als dieser an ihr vorbeifuhr. Öffentlich wurde ihre Geste durch den AFP-Fotografen Brendan Smialowski, der den Präsidenten begleitete und den Moment festhielt. Auf dem Foto ist Briskman von hinten auf dem Fahrrad zu sehen und eigentlich nicht zu erkennen - nachdem sie selbst das vielfach in Internet und Fernsehen gezeigte Foto entdeckt hatte, machte sie es allerdings zu ihrem Profilbild auf Facebook und Twitter.

Mittelfinger-Gestet kostete Juli Briskman den Job

Drei Tage später wurde die alleinerziehende Mutter zweier Kinder gefeuert. Bis dahin hatte sie bei dem Bauunternehmen Akima LLC gearbeitet, das auch für die US-Regierung und das US-Militär tätig ist. Zwar ist nicht bekannt, ob der Präsident selbst das Foto gesehen hat; ihr Arbeitgeber habe ihre Geste jedoch als "obszön" eingestuft, wie sie damals sagte. Die Firma wollte nicht mit einer Gegnerin des Präsidenten in Verbindung gebracht werden. Obwohl der Name der Firma mit dem Foto auf ihrer Facebook-Seite nicht in Verbindung gebracht werden konnte, behauptete die Geschäftsleitung damals, es verstoße gegen die Social-Media-Politik der Firma.

Briskman gab sich geschlagen. Obwohl im selben Jahr ein Mitarbeiter, der auf Facebook klar als Angestellter der Firma zu erkennen war, einen hässlichen Kommentar zu einer Diskussion über Black Lives Matter abgab lediglich aufgefordert wurde, diesen wieder zu löschen, seinen Job jedoch behalten durfte. Mit diesem Vergleichsfall hat sie jetzt Klage gegen ihren ehemaligen Abeitgeber eingereicht. Er habe damit gegen das Arbeitsrecht verstoßen und einen Arbeitnehmer aus Angst vor gesetzwidrigen Vergeltungsmaßnahmen der Regierung entlassen.

"Ich habe heute diese Klage eingereicht, weil ich glaube, das Amerikaner nicht gezwungen sein sollten, zwischen ihren Prinzipien und ihren Gehaltsschecks zu wählen", erklärt Briskman ihren Schritt auf der Seite ihrer Anwälte. "Für ein Unternehmen zu arbeiten, das Geschäfte mit der Bundesregierung macht, sollte dir eigentlich größere Chancen ermöglichen, aber es sollte niemals deine Fähigkeit eingrenzen, diese Regierung in deiner Freizeit zu kritisieren. Ich hätte niemals gedacht, dass mein 'Ein-Finger-Gruß' an die Präsidentenkolonne mich meinen Job kosten würde. Die Aktionen meiner Firma waren schnell und unerwartet. Es ist unamerikanisch, dass die Regierung die eigenen Steuergelder verwenden darf, um damit Gehorsam zu kaufen."

Wohl auch um diesen Umstand zu unterstreichen, heuerte Briskman für ihre Klage zwei Anwälte der Geller Law Group in Fairfax, Virginia an. Eine überparteiliche Nonprofit-Organisation, die sich dem Schutz der Demokratie verschrieben hat und gegen jede autoritäre Form der Regierung ist.   

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jek