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Türkei: Anschlagsserie reißt nicht ab

Wieder hat es in der Türkei einen Anschlag gegeben: Bei einer Explosion in der Kleinstadt Catak im Südosten des Landes sind neun Menschen verletzt und zwei getötet worden. Die Polizei vermutet kurdische Extremisten als Täter.

Bei einem Bombenanschlag in der Türkei sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Neun Personen seien bei der Explosion am Sonntagabend im südöstlichen Catak verletzt worden, sagte ein Polizist. Demnach explodierte der Sprengsatz in einem Mülleimer vor einem hauptsächlich von Beamten besuchten Teegarten. Unter den Toten sei ein Polizist, hieß es. Die Nachrichtenagentur Anatolien hatte zuvor zehn Verletzte gemeldet. Der mit einem Fernzünder versehene Sprengsatz war den Angaben zufolge in einem Paket versteckt. Er explodierte in dem Augenblick, als sich ein Polizist näherte, um den Inhalt zu untersuchen. Obwohl sich zu der Bombenexplosion zunächst niemand bekannte, vermuten die Behörden kurdische Extremisten als Täter.

Bei einer Anschlagsserie an der türkischen Mittelmeerküste und in Istanbul waren Ende August drei Einheimische getötet und Dutzende Menschen verletzt worden, darunter drei Deutsche. Eine kurdische Rebellengruppe mit Verbindungen zur verbotenen Organisation PKK bekannte sich zu den Anschlägen in auch bei Touristen sehr beliebten Orten.

Bewaffneter Kampf seit 1984

Die PKK wird von der Europäischen Union als Terror-Organisation betrachtet. Sie kämpft seit rund 20 Jahren für eine Unabhängigkeit der kurdischen Gebiete im Südosten der Türkei. In den vergangenen Jahren haben aber auch linksextreme und islamistische Gruppen Anschläge in der Türkei verübt. Die Provinz Van ist ein Zentrum des kurdischen Aufstands gegen die Zentralregierung in Ankara. Seit Beginn des bewaffneten Kampfes für mehr Autonomie im Jahr 1984 kamen mehr als 37.000 Menschen ums Leben.

Reuters/DPA/AP / AP / DPA / Reuters