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Chaos in der Türkei: Die Bilder der Nacht

In der Türkei herrscht Ausnahmezustand: Das Militär riegelte nach einem Putsch gegen Erdogan die Städte ab. Der Präsident wiederum rief die Bevölkerung zum Widerstand auf. Bilder aus einem Land im Chaos.

Erdogan Putsch

Erdogan wandte sich via FaceTime an sein Volk und ruf zum Widerstand gegen die putschisten auf. "Ich rufe unser Volk auf, sich auf den Plätzen und am Flughafen zu versammeln. Sollen sie (die Putschisten) mit ihren Panzern und ihren Kanonen machen, was sie wollen", so Erdogan.

Kampfjets fliegen im Tiefflug über Istanbul, Schüsse und Explosionen sind in der Millionenmetropole zu hören. Niemand weiß, wer gerade schießt. Gerade haben Teile des türkischen Militärs bekannt gegeben, dass sie gegen Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan geputscht haben. Über der Stadt am Bosporus kreisen Hubschrauber. Auf den Straßen herrscht Panik, die ältere Generation erinnert sich noch mit Schrecken an frühere Umsturzversuche.

Jeder möchte schnell nach Hause gelangen - in Sicherheit. Autos kollidieren. Augenzeugen berichteten, dass sich Anwohner in Eckläden mit Lebensmitteln eindecken. Niemand weiß, wann es wieder sicher sein wird, die Wohnung zu verlassen. Die Putschisten haben eine Ausgangssperre im ganzen Land ausgerufen. Sie rechtfertigen den Umsturzversuch damit, dass sie "die verfassungsmäßige Ordnung, die Demokratie und die Menschenrechte" wiederherstellen wollen.

Das sieht aus Erdogans Sicht ganz anders aus. Der Staatspräsident ist eigentlich die ganz große Bühne gewohnt. Nun ist er gezwungen, sich mit einem Anruf bei einem Fernsehsender ans Volk zu wenden. "Ich rufe unser Volk auf, sich auf den Plätzen und am Flughafen zu versammeln", sagt er. "Sollen sie (die Putschisten) mit ihren Panzern und ihren Kanonen machen, was sie wollen."

Soldaten haben zuvor den Atatürk-Flughafen in Istanbul besetzt, den größten Flughafen des Landes. Der Flugverkehr wird gestoppt, Soldaten übernehmen den Tower. Nach Erdogans Aufruf dringen Demonstranten auf das Flughafengelände ein, wie die private Nachrichtenagentur DHA meldet. Das Militär sei daraufhin wieder abgezogen.

cf