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Reaktionen auf Putsch in der Türke: Großer Rückhalt für Erdogan - nur Assad jubelt

USA, Russland und EU fordern ein Ende der Gewalt und unterstützen die demokratisch gewählte Regierung Erdogans. Nur in einem Land wird die Nachricht vom Putsch in der Türkei freudig begrüßt.

Eine Frau versorgt einen verwundeten Demonstranten, der in Istanbul von Putschisten angeschossen wurde.

Eine Frau versorgt einen verwundeten Demonstranten, der in Istanbul von Putschisten angeschossen wurde.

Der Putschversuch in der Türkei hat auch die internationale Gemeinschaft überrascht. In der Nacht stellten sich die Großmächte einhellig auf die Seite der demokratisch gewählten Regierung der Türkei. Im Ausland fanden die Putschisten keinen Rückhalt in Regierungskreisen. Selbst Staaten mit einem angespannten Verhältnis zur Erdogan-Regierung zeigten keine Sympathien für den Aufstand.  Nur Kurden und Assad-Anhänger hätten einen Sturz Erdogans begrüßt.

Alle Ereignisse finden Sie hier im Live-Ticker

Das Weiße Haus sagte, dass sich Präsident Barack Obama mit Außenminister John Kerry beraten habe. Obama rief alle Parteien in der Türkei dazu auf, die "demokratisch gewählte Regierung" zu unterstützen. Beide Seiten sollten "sich zurückhalten und weitere Gewalt und weiteres Blutvergießen verhindern." Kerry hat auch mit dem türkischen Außenminister gesprochen und die "absolute Unterstützung" der USA für die gewählte Regierung und die demokratischen Institutionen betont.


Russland lehnt Putsch ab

Der russische Außenminister Lawrow  rief dazu auf, ein weiteres "Blutvergießen"  zu verhindern. Er sagte, dass alle "Probleme in der Türkei im Rahmen der verfassungsgemäßen Ordnung gelöst werden müssen". Außerdem zeigte er sich zuversichtlich, dass die Sicherheit russischer Staatsbürger gewährleistet sei. "Die Türkei ist eine wichtige Macht in der Region. Die Stabilität in der Türkei beeinflusst die gesamte Region. Wir wünschen, dass diese Ereignisse so schnell wie möglich ein Ende finden und dass das Land auf den Weg zu Ordnung und Stabilität zurückfindet."

Iran tief besorgt

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon rief zu Besonnenheit auf, sagte UN-Sprecher Farhan Haq. "Der General-Sekretär verfolgt die Ereignisse in der Türkei genau. Die UN versucht derzeit, ein genaues Bild der Lage zu gewinnen und fordert Zurückhaltung von den Parteien." 

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg betonte, die Türkei sei ein "wertvolles Mitglied der Nato". Auch er rief zur Ruhe und Besonnenheit auf und forderte, die "demokratischen Institutionen" zu respektieren.  Der iranische Außenminister zeigte sich auf seinem Twitter-Account zutiefst besorgt über die Entwicklung. "Stabilität, Demokratie und Sicherheit des türkischen Volkes sind fundamental. Einheit und Vernunft sind jetzt gefordert."

Zentraler Partner der EU

Der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert twitterte, dass alles getan werden müsse, um menschliches Leben zu schützen. Auch der neue britische Außenminister Boris Johnson zeigte sich "tief besorgt".  EU-Ratspräsident Donald Tusk rief zu einer Rückkehr zur verfassungsgemäßen Ordnung auf. "Die Türkei ist ein zentraler Partner der Europäischen Union. Die EU unterstützt die demokratisch gewählte Regierung, die Institutionen des Landes und die Herrschaft des Gesetzes. Wir wünschen uns eine schnelle Rückkehr zur verfassungsgemäßen Ordnung." 

Derzeit hat die Slowakei den EU-Ratsvorsitz inne. Ein Regierungssprecher erklärte: "Außenminister Miroslav Lajcak hat in Kontakt mit unseren Partnern in der türkischen Regierung gestanden und Schritte erörtert, wie die EU den Fortbestand von Demokratie und Stabilität sichern könnte."

Freudenschüsse von Assad-Anhängern

Nur in einem Land wurde die Nachricht vom Putsch in der Türkei positiv aufgenommen. Laut der Nachrichtenagentur Reuters wurde die Botschaft in den von der Assad-Regierung kontrollierten Teilen von Aleppo und Damaskus mit einem Freudenfeuer gefeiert. Auch Aktivisten der aufständischen Kurden, gegen die die Erdogan-Regierung mit großer Rücksichtslosigkeit vorgeht, begrüssten die Putsch-Nachricht.

Türkei: Die dramatischen Bilder des Putsches
Zum Symbol des gescheiterten Putsches wird der verlassene Leopard II auf der Brücke über den Bosporus.

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