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Beziehungskrise: Türkische Behörden schließen deutsche Schule in Izmir

Angeblich fehlt ihr die rechtliche Grundlage: Die türkischen Behörden haben die deutsche Schule in Izmir geschlossen. Der Schulleiter geht jedoch davon aus, dass die 180 Schüler nach den Ferien wieder unterrichtet werden können.

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Izmir an der Westküste der Türkei

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Türkische Behörden haben nach offiziellen Angaben die deutsche Schule in Izmir geschlossen. Schulleiter Dirk Philippi sagte der Deutschen Presse-Agentur am Samstag, eine Delegation der örtlichen Bildungsbehörden begleitet von rund einem Dutzend Polizisten habe die Schule am Donnerstag besucht und "schriftlich und mündlich erklärt", ihr fehle die "rechtliche Grundlage". Die Schule sei dann versiegelt worden. Den Unterricht stört die Maßnahme nicht - es sind Sommerferien. Die Affäre könnte aber neue Spannungen zwischen Deutschland und der Türkei verursachen.

"Ich gehe felsenfest davon aus, dass es sich um eine vorübergehende Schließung handelt", sagte Philippi. Es gebe eine Genehmigung des türkischen Außenministeriums, die besage, dass die Schule im westtürkischen Izmir als eine Zweigstelle der deutschen Botschaft in Ankara betrieben werde dürfe. "Es kann schlicht sein, dass den Bildungsbehörden nur Dokumente fehlen." Es gebe einen regen Austausch "auf allen Ebenen", der ihn "sehr positiv" stimme, sagte Philippi.

Berlin fordert Aufklärung

Das Auswärtige Amt bestätigte die Schließung der Schule durch regionale Behörden des Erziehungsministeriums. Die türkische Regierung werde aufgefordert, umgehend die Gründe dafür darzulegen, hieß es in Berlin. Die deutschen Schulen in der Türkei seien ein wesentliches Element der kultur- und bildungspolitischen Beziehungen zwischen beiden Ländern.

Laut der Webseite der Bundesregierung über deutsche Vertretungen in der Türkei handelt es sich um eine "Zweigstelle der Privatschule der Deutschen Botschaft in Ankara", die 2008 gegründet wurde. Es ist eine Gesamtschule. Den Angaben des Schulleiters zufolge gehen rund 180 Kinder auf die Schule und in den angeschlossenen Kindergarten.

Beziehung ist schwer belastet

Im vergangenen Jahr hatte die Inhaftierung mehrerer Deutscher - darunter der Journalist Deniz Yücel und der Menschenrechtler Peter Steudtner - die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei schwer belastet. Beide sind mittlerweile frei und ausgereist. Gegen beide gibt es aber in Abwesenheit Gerichtsprozesse in der Türkei.

tis / DPA