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Ukraine-Konflikt: Artilleriebeschuss am Flughafen von Donezk

Wieder kam es zu gewaltsamen Zusammenstößen in der Ukraine: Am Flughafen nahe der Rebellenhochburg Donezk kam es am Samstagabend zu Auseinandersetzungen.

Am Samstagabend flammten neue Auseinandersetzungen am Flughafen von Donetzk auf. Hier zu sehen: Bewaffnete Truppen in der Nähe von Debaltseve, etwa 70 Kilometer von Donezk entfernt.

Am Samstagabend flammten neue Auseinandersetzungen am Flughafen von Donetzk auf. Hier zu sehen: Bewaffnete Truppen in der Nähe von Debaltseve, etwa 70 Kilometer von Donezk entfernt.

Trotz der vereinbarten Waffenruhe in der Ostukraine ist es dort am Wochenende wieder zu gewaltsamen Zusammenstößen gekommen. Um den strategisch bedeutsamen Flughafen nahe der Rebellenhochburg Donezk flammten am Samstagabend neue Auseinandersetzungen auf, die auch am Morgen weiter anhielten, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Demnach wurden Artilleriegeschütze abgefeuert, Anwohner berichteten vom Beschuss dreier Stadtviertel in Donezk. Die Stadtverwaltung wollte dennoch nicht von "aktiven Kämpfen" sprechen.

Schwedens Außenminister Carl Bildt deutete in einem Twitter-Kommentar Berichte über einen angeblichen Rebellenangriff auf den Flughafen als Hinweis auf einen möglichen Bruch der Waffenruhe durch Russland. Anwohner des Flughafengeländes machten hingegen vor allem Regierungstruppen für die Gewalt verantwortlich, da diese Donezk von Stellungen außerhalb der Stadt beschossen hätten.

Auch in umliegenden Ortschaften wurde die Waffenruhe durch neuen Gefechtslärm gestört. Das von den Separatisten kontrollierte Makiwka wurde in den vergangenen Tagen mehrfach bombardiert. Eine Anwohnerin berichtete, dass eine Rakete in ihrem Garten eingeschlagen sei und die Fenster des Wohnhauses zerschmettert habe.

Litauen nimmt verletzte ukrainische Soldaten auf

Derweil nahm Litauen zum zweiten Mal binnen weniger Wochen eine Gruppe verletzter Soldaten aus der Ukraine zur Behandlung auf. Die Verletzten, unter denen sich auch eine Frau befand, trafen in der Nacht zum Sonntag mit einer litauischen Militärmaschine ein, wie die Behörden mitteilten. Wegen der überfüllten Kliniken in ihrer Heimat sollen sie nun in öffentlichen Krankenhäusern in Vilnius und Kaunas weiterbehandelt werden.

Die Patienten haben laut einem litauischen Armeesprecher vor allem Schuss- und Brandwunden erlitten. Alle seien freiwillig in den Kampf gegen die prorussischen Separatisten in der Ostukraine gezogen und dort verletzt worden. Seit April wurden in der Krisenregion mehr als 2700 Menschen getötet und tausende verletzt. Schon im Juli hatte Litauen verwundete Soldaten aus der Ukraine aufgenommen.