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Ukraine-Konflikt Separatisten erklären sich zu Waffenstillstand bereit


Um eine humanitäre Katstrophe in der Ostukraine zu vermeiden, bieten die pro-russischen Rebellen an, die Waffen vorerst ruhen lassen. Eine Reaktion der ukrainischen Regierung steht derzeit noch aus.

Die pro-russischen Separatisten in der Ukraine haben am Samstag ihre Bereitschaft zu einem Waffenstillstand erklärt. Damit könne eine humanitäre Katastrophe im umkämpften Osten des Landes verhindert werden, erklärte Rebellenführer Alexander Sachartschenko. Er warnte, dass es in der Rebellenhochburg Donezk schon jetzt an Lebensmitteln, Medikamenten, Wasser und Elektrizität mangele. Gleichzeitig warnte Sachartschenko, dass die Rebellen bereit zur Verteidigung der Millionenstadt seien, falls diese von ukrainischen Truppen gestürmt werden sollte.

Die ukrainische Regierung war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Sie hat ihre Bereitschaft zu einer Waffenruhe bislang davon abhängig gemacht, dass die Rebellen ihre Waffen abgeben.

Lawrow und Kerry sprechen über humanitäre Hilfe

Der russische Außenminister Sergej Lawrow sprach unterdessen mit seinem US-Kollegen John Kerry über humanitäre Hilfe für die Ostukraine. Er forderte offiziellen Angaben zufolge "dringende Schritte, um eine drohende humanitäre Katastrophe" zu verhindern. Kerry habe bestätigt, dass eine solche Mission in Absprache mit den Behörden in Kiew in Vorbereitung sei.

Die Ukraine hat am Samstag nach eigenen Angaben den Einmarsch russischer Soldaten verhindert, die als Friedenstruppen getarnt waren. Ein langer russischer Militärkonvoi sei am Freitag angeblich in Abstimmung mit dem Roten Kreuz auf die Grenze zugefahren, sagte ein Berater des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko. Nach einem Appell der Regierung in Kiew an die Führung in Moskau habe die Wagenkolonne angehalten. Russlands Außenministerium wies die Äußerungen als Märchen zurück.

Intervention Russlands wäre "inakzeptabel"

Die USA hatten Russland am Freitag gewarnt, jeden Versuch zur Lieferung humanitärer Hilfe in die Ukraine als Invasion zu betrachten. "Da die Ukraine internationalen Hilfsorganisationen Zugang zu ihrem Territorium gewährt hat, besteht kein Grund, weshalb Russland Hilfsgüter liefern sollte", sagte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power, bei einer Krisensitzung des UN-Sicherheitsrates in New York. Daher wäre jeder weitere einseitige Intervention Russlands auf ukrainischem Staatsgebiet völlig inakzeptabel und zutiefst alarmierend. "Sie würde als Einmarsch in die Ukraine betrachtet", warnte Power. Russland hatte die Entsendung eines Hilfskonvois zur Unterstützung der Flüchtlinge in der Ukraine angeboten.

mod/Reuters Reuters

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