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UN-Drogenbericht: Heroin-Hausse am Hindukusch

Die UN-Drogenbehörde beklagt, dass Aghanistan als Heroin-Lieferant an der Weltspitze steht. Die Opium-Ernte am Hindukusch könnte in diesem Jahr erneut einen Rekord verzeichnen.

Afghanistan bleibt auch nach dem Ende des Taliban-Regimes 2001 der mit Abstand größte Opium-Produzent der Welt. Im vergangenen Jahr lieferte das Land rund 87 Prozent des weltweiten Heroinbedarfs. Dagegen konnte Südostasien seine Produktion von Opiaten in den vergangenen Jahren drastisch drosseln. Nach dem am Mittwoch in Wien vorgelegten Jahresbericht des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) sank dort die Produktion seit 1996 um 78 Prozent.

In Südamerika wurde der Rückgang der Kokain-Produktion Kolumbiens durch einen verstärkten Coca-Anbau in Peru und Bolivien ausgeglichen. Diese Länder produzieren dem Bericht zufolge zusammen noch immer 97 Prozent des weltweit verkauften Kokains. Insgesamt haben im vergangenen Jahr schätzungsweise 200 Millionen Menschen illegale Drogen von Heroin bis Ecstasy benutzt. Das waren 15 Millionen mehr als 2003.

Nach dem Bericht der Wiener UN-Behörde ist die Mohn-Anbaufläche in Afghanistan im laufenden Jahr zwar etwas kleiner als im "Rekordjahr" 2004. Dennoch sei erneut eine größere Ernte möglich als im vergangenen Jahr. Die reichliche Versorgung des europäischen Marktes mit reinem Heroin deute auf ausreichende Lieferungen vom Hindukusch hin. Insgesamt lag die weltweite Produktion von Roh-Opium 2004 nach UN-Schätzungen bei 4850 Tonnen, die zur Herstellung von rund 565 Tonnen reinen Heroins ausreichen dürften.

Die Meisten konsumieren Cannabis

Insgesamt verzeichneten die UN-Drogenfahnder seit dem Jahr 2000 weltweit eine leichte Stabilisierung auf den Drogenmärkten. 44 Prozent der Mitgliedsländer berichteten über einen Anstieg des Drogenmissbrauchs im Vergleich zu 53 Prozent im Jahr 2000. Die Zahl derer, die einen Rückgang nach Wien meldeten stieg von 21 auf 25 Prozent.

Rund 200 Millionen Menschen, etwa fünf Prozent der Weltbevölkerung zwischen 15 und 64 haben im vergangenen Jahr illegale Drogen benutzt. Damit liegt die Konsumentenzahl bei der Erwachsenenbevölkerung laut UNODC aber immer noch weit unter der bei Alkohol (weltweit 30 Prozent) und Tabak (50 Prozent).

Die mit 160 Millionen meisten Menschen konsumierten Cannabis, 26 Millionen Menschen nahmen Amphetamine und 8 Millionen Ecstasy. Schätzungsweise 16 Millionen Menschen nahmen Opiate. Von ihnen galten 11 Millionen als heroinsüchtig.

Als Erfolg verbuchen die UN-Drogenfahnder, dass sie im vergangenen Jahr rund ein Viertel der Heroin-Produktion beschlagnahmen konnten. Allerdings habe das vor allem an der erheblich gestiegenen Produktion von Roh-Opium in Afghanistan gelegen. Die größten Mengen gingen den Fahndern in den Nachbarländern Iran und Pakistan ins Netz.

DPA / DPA