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UN-Vollversammlung: Erdogan kritisiert EU scharf - und fordert mehr Unterstützung

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sieht sich im Kampf gegen den IS-Terror alleingelassen. Er fordert, dass die "reichen und starken" Länder der EU mehr Flüchtlinge aufnehmen.

Recep Tayyip Erdogan hat die EU für ihre Flüchtlingspolitik kritisiert

Recep Tayyip Erdogan hat die EU für ihre Flüchtlingspolitik kritisiert

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat von den europäischen Regierungen mehr Unterstützung für die Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien gefordert. Die "reichen und starken Länder" in der Europäischen Union hätten bislang nur 130.000 syrische Flüchtlinge aufgenommen, sagte Erdogan bei der UN-Generaldebatte am Mittwoch in New York. Seine Regierung habe dagegen bereits mehr als 3,5 Milliarden Dollar (2,72 Milliarden Euro) für Syrer ausgegeben, die in die Türkei geflüchtet seien.

"Wir haben 1,5 Millionen Menschen aufgenommen, die aus Syrien fliehen mussten", sagte Erdogan. "1,5 Millionen Menschen befinden sich in meinem Land, und wir geben ihnen Nahrung, Medikamente, Bildung." Neben der EU müssten auch die Vereinten Nationen "mehr Mut" bei der Flüchtlingshilfe aufbringen, verlangte der Präsident.

Jordanien nimmt 1,4 Millionen Flüchtlinge auf

Der jordanische König Abdullah II. sprach vor der UN-Vollversammlung ebenfalls das Leid der syrischen Flüchtlinge an. Die internationale Gemeinschaft müsse die humanitäre Krise mit "konzertierten Bemühungen" lösen, erklärte er. "Jene, die sagen, dass sie das nichts angehe, liegen falsch. Die Sicherheit jeder Nation wird vom Schicksal des Nahen Ostens abhängen." Jordanien hat bislang fast 1,4 Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen.

In Syrien entwickelte sich aus zunächst friedlichen Protesten gegen Machthaber Baschar al-Assad im März 2011 ein Bürgerkrieg. Der Gewalt fielen Schätzungen zufolge bislang mehr als 190.000 Menschen zum Opfer, Millionen wurden aus ihrer Heimat vertrieben.

feh/AFP / AFP