HOME

US-Heimatschutz: Massiver Einssatz von Körperscanner

Während die EU weiter über den Einsatz von sogenannten Körperscannern an Flughäfen debattiert, planen die USA eine massive Ausweitung der Geräte.

Während die EU weiter über den Einsatz von sogenannten Körperscannern an Flughäfen debattiert, planen die USA eine massive Ausweitung der Geräte. Das kündigte die US-Ministerin für Heimatschutz, Janet Napolitano, am Donnerstag beim Treffen mit den EU-Innenministern im spanischen Toledo an. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) erklärte die Vorgänge um den Sprengstoffalarm am Münchner Flughafen zur Chefsache.

Napolitano zufolge wollen die USA die Zahl von derzeit rund 40 Körperscannern im Laufe der nächsten zwölf Monate auf "mindestens 450" erhöhen. Nach dem vereitelten Anschlag auf ein US-Passagierflugzeug mit Ziel Detroit zu Weihnachten gebe es eine "verstärkte Dringlichkeit" zum Kampf gegen islamistische Terroristen, sagte sie.

Gegen den Einsatz der Körperscanner gebe es in der EU aber weiter Vorbehalte, sagte der spanische Innenminister und Gastgeber Alfredo Perez Rubalcaba, dessen Land derzeit den EU-Ratsvorsitz innehat. Die Europäer wollen nun zunächst einen Bericht der EU-Kommission abwarten. Dieser soll Aufschluss über mögliche Gefahren für die Gesundheit und die Verletzung der Intimsphäre geben.

Auch Deutschland macht eine Unbedenklichkeit der Geräte zur Voraussetzung für den Einsatz. Die Bundesregierung erwägt laut De Mazière zudem, Flugreisende in einer ersten Testphase selbst entscheiden zu lassen, ob sie eine schnelle Überprüfung mit dem Scanner oder das längere Abtasten durch Sicherheitskräfte vorziehen. Deutsche Flughäfen könnten demnach im Sommer erste Körperscanner in Betrieb nehmen.

Eine Reihe von EU-Staaten forderte in Toledo zudem, die Pläne zur Rasterfahndung mit privaten Passagierdaten schnell voranzutreiben, wie EU-Innenkommissar Jacques Barrot mitteilte. US-Behörden wie das FBI können zur Terrorabwehr bereits jetzt auf 19 private Daten von europäischen Flugreisenden zugreifen, darunter den Namen, die Adresse und die Kontodaten der Flugreisenden.

AFP / AFP