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US-Nuklearstrategie: Obama beschränkt sich auf Abschreckung

Präsident Barack Obama ändert die militärische Nuklearstrategie der USA: Ein Ersteinsatz von Atomwaffen soll künftig nur noch unter eingeschränkten Bedingungen infrage kommen. Damit soll die von Obama angestrebte atomwaffenfreie Welt ein Stück näher rücken.

US-Präsident Barack Obama schränkt den möglichen Einsatz von Atomwaffen der USA ein. Das Ziel von Nuklearwaffen solle "vor allem" Abschreckung oder die Reaktion auf einen nuklearen Angriff sein, heißt es nach Angaben von Gewährsleuten in einer neuen Strategie des Weißen Hauses, die am (heutigen) Dienstag vorgestellt werden soll.

Damit will Obama dem Ziel einer atomwaffenfreien Welt näherkommen. Geplant sind außerdem weitere Abrüstungsgespräche mit Russland. Der neuen Strategie zufolge wollen die USA keine Atomwaffen bei einem Angriff mit konventionellen, biologischen oder chemischen Waffen einsetzen, wie Gewährsleute am Montag mitteilten. Obama sagte in einem Interview der "New York Times" (Dienstagsausgabe), Washington verpflichte sich, auch bei einem Angriff keine Nuklearwaffen gegen Nicht-Atommächte einzusetzen, die sich an den Atomwaffensperrvertrag hielten.

In einem solchen Fall könnten die USA mit einer Reihe anderer Optionen reagieren. Mit der russischen Regierung will Washington Gespräche über die Inhalte des neuen Abrüstungsabkommens hinaus führen. Der Nachfolger für den START-Vertrag von 1991 wird am Donnerstag in Prag unterzeichnet. Beide Seiten sollen demnach die Zahl ihrer atomaren Langstreckenwaffen von 2.200 auf 1.500 verringern. Den Partnern bleiben nach der Ratifizierung sieben Jahre Zeit, die vereinbarten Ziele umzusetzen. Damit der Vertrag in Kraft treten kann, müssen noch die Parlamente beider Staaten zustimmen.

APN, DPA / DPA