US-Präsidentschaftswahl Biden soll Obamas Vize werden


Der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, Barack Obama, will mit Senator Joseph Biden an seiner Seite ins Weiße Haus einziehen. Damit holt sich Obama einen erfahrenen und äußerst wortgewandten Außenpolitiker an die Seite.

Biden, 65, ist seit 1973 Senator für den Bundesstaat Delaware und gilt als einer der erfahrensten US-Außenpolitikexperten. Seine rhetorischen Fähigkeiten sind im Kongress berühmt und gefürchtet. Der Vorsitzende des Auswärtigen Senatsausschuss ist ein gewiefter Wahlkämpfer. Schon mit 29 Jahren zog er in den Senat ein. Der Katholik kommt ursprünglich aus dem hart umkämpften Bundesstaat Pennsylvania. Biden entstammt einer Arbeiterfamilie und könnte damit auch Wähler ansprechen, die Obama bislang nicht für sich gewinnen konnte.

Wie die Zeitung "New York Times" berichtete, sickerte die Nachricht schon Stunden vor der offiziellen Bekanntgabe durch. Die beiden anderen Anwärter auf den Posten, Indianas Senator Evan Bayh und Virginias Gouverneur Tim Kaine, seien da allerdings bereits informiert gewesen, dass die Wahl nicht auf sie gefallen war.

Anhänger per SMS informiert

Gegen drei Uhr morgens erreichte die Partei-Anhänger laut "New York Times" dann die lang erwartete Botschaft per SMS: "Barack hat Senator Joe Biden als unseren VP-Kandidaten ausgewählt. Sag es weiter!" Auch per Email verbreitete die Wahlkampforganisation der Demokraten die Nachricht: "Freund - ich habe eine wichtige Nachricht, die ich offiziell machen möchte. Ich habe Joe Biden als 'Running Mate' ausgewählt."

Die Republikaner nutzten die Benennung Bidens für einen neuen Angriff auf Obama. "Es gibt keinen schärferen Kritiker an Barack Obamas fehlender Erfahrung als Joe Biden", erklärte das Wahlkampfbüro des republikanischen Bewerbers John McCain. Biden habe insbesondere Obamas außenpolitische Vorstellungen kritisiert. In Umfragen zur US-Präsidentenwahl am 4. November liegen Obama und McCain dicht beieinander. Der ursprüngliche Vorsprung Obamas ist in den vergangenen Wochen geschrumpft.

Bereits seit Wochen war darüber spekuliert worden, wer an der Seite Obamas in die Endphase des Wahlkampfs ziehen wird. Obamas Gegner, der Republikaner John McCain, hat seinen Kandidaten für den Posten des Vize bislang noch nicht bekanntgegeben.

Obama will den Kandidatenvorschlag am Samstagnachmittag (Ortszeit) bei einer Kundgebung in Springfield in seinem Heimatstaat Illinois der Öffentlichkeit präsentierten. Dort hatte Obama im Februar 2007 seine eigene Kandidatur bekanntgegeben. Bei der US- Präsidentwahl am 4. November will Obama gegen McCain antreten.

Nominierungsparteitag steht an

Am Montag beginnt in Denver (Bundesstaat Colorado) der Nominierungsparteitag der demokratischen Partei, zu dem über 50.000 Gäste, darunter 15.000 Medienvertreter, kommen sollen. Als Höhepunkt des viertägigen Ereignisses gilt der Donnerstagabend, wenn Obama vor 76.000 Anhängern im Football-Stadion der Stadt die Nominierung zum Kandidaten offiziell annehmen wird. An diesem 28. August hatte vor genau 45 Jahren der Bürgerrechtler Martin Luther King seine berühmte Rede "Ich habe einen Traum" über die Rassengleichheit in den USA gehalten.

ukl/DPA/AP AP DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker