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US-Präsidentschaftswahl: Entweder Demokrat oder Katholik

Wenn John McCain und Barack Obama beim letzten TV-Duell aufeinandertreffen, werden die Bewohner von Scranton genau zuhören. Hier in Pennsylvania sind die Wähler stolze Arbeiter und streng katholisch. Eigentlich müssten sie für Obama sein, doch ihr Gewissen hält viele davon ab.

Von Sonja Hartwig, Scranton

In einer Arbeitersiedlung im Norden der Industriestadt Scranton im US-Staat Pennsylvania erzählen die Menschen viel über sich, ohne die Türen zu öffnen. Sitten, Sichtweisen und Statements stecken in den kleinen Vorgärten: Halloween-Kitsch, Amerika-Flagge, politische Pappschilder, die, für Lokalpolitiker werbend, vor allem eine Botschaft verkünden: Viele sind für die Demokraten. Für Kevin Murphy, den Kandidaten für den Abgeordnetenposten des Staates. Sein Name ist überall, er steht auf vielen Plakaten.

Doch wo ist Barack Obama? Wo sind hope, change, believe? Die Wahlkampfslogans des demokratischen Präsidentschaftsbewerbers fehlen - zumindest in den Vorgärten von Scranton. Scheuen die 78.000 Bewohner diesen weitgereisten Großstadtmenschen, der mit ausladenden Gesten und bedeutungsschweren Sätze daherkommt; der Kleinstädter während der Vorwahlen kränkte, weil er ihnen vorwarf, sich an ihre Waffen und an ihren Glauben zu klammern?

Beide Lager umwerben sie heftig

Die Menschen in Scranton, weiß, arbeiterstolz, erzkatholisch, sind treue Kirchgänger. Beide Lager umwerben sie heftig, denn Scranton liegt in Pennsylvania, einem der "Swing States", die mal demokratisch und mal republikanisch wählen. Hier könnte sich die Wahl entscheiden, hier zeigt sich, ob Obama auch das konservative Amerika erreicht. In den Umfragen liegt Obama weit vorne, doch noch immer ringen viele gläubige Katholiken mit sich, wem sie die Stimme am Wahltag geben.

Das zeigt sich bei einem Blick in die Gemeinden. Es ist Sonntag, die Holy Rosary Church im Norden der Stadt ist gut gefüllt. Eine von 289 Gotteshäusern in Scranton, sie ist wie alle Gemeinden im Land einer politischen Zerreißprobe ausgesetzt. "Die Kirche wird niemandem sagen, für wen er stimmen soll. Das geht vielleicht in anderen Ländern, aber nicht in Amerika", sagt Pastor Cyril D. Edwards nach der Messe. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Namen von Parteien oder Politikern fallen nicht in den Predigten, aber die eigenen Positionen zu politischen Inhalten werden mit klarer Stimme vertreten.

Abtreibungsfrage entscheidet die Wahl

Vor allem eine Frage beschäftigt die Gemeindemitglieder: Kann man als Katholik für die Abtreibung sein? "Die Abtreibung wird die Wahl entscheiden", sagt eine katholische Krankenschwester nach der Sonntagsmesse. Ihren Namen will sie nicht gedruckt sehen, nur diesen Satz: "Das Leben beginnt vor der Geburt." Joe Ruddy, ein bärtiger Mann im karierten Holzfällerhemd, vor 73 Jahren in Scranton getauft, zuckt bei der Abtreibungsfrage nur mit den Schultern. Er macht sich darüber keine Gedanken, es zählt für ihn nicht zu den großen Themen. "George W. Bush hat einen Trümmerhaufen hinterlassen. Unser Land bricht nach und nach zusammen und wir brauchen einen, der das wieder aufbaut, wir brauchen Obama" Ihm würde Peggy Mac, zierliche Statur, schwarzes Kostüm, auch gerne ihre Stimme geben. Barack Obama wäre ein Politiker nach ihrem Geschmack: jung, frisch, engagiert. Doch sie fürchtet einen Verfall der Werte. Homo-Ehe, Abtreibung, diese Dinge dürften nicht einreißen. Die junge Katholikin wirkt unentschlossen.

"Gewinnen wir diesen Staat, gewinnen wir die Wahl", ruft Hillary Clinton bei einer Wahlkampf-Veranstaltung in der größten Sporthalle Scrantons 3000 Menschen zu. Ein Heimspiel für die Senatorin aus New York. Schon während der Vorwahlen war sie etliche Male hier, immer frenetisch bejubelt. In Pennsylvania füllte sie die Hallen, nicht Barack Obama. Der verlor in den Vorwahlen haushoch gegen Hillary - dreiviertel der Demokraten stimmten für sie. Noch immer ist Scranton Hillary-Land. Ihre Eltern lebten hier bis kurz vor ihrer Geburt, noch immer hat sie hier Verwandte: Ihr Neffe wurde gerade getauft, sie kam zu Besuch, zusammen mit Ehemann Bill.

"Hillary hat mich gesandt"

Hillary ist eine Kämpferin, die sich geschlagen geben musste, nun ist sie zurück. Sie erzählt von ihren Sommern, die sie bei ihren Großeltern in einem Holzblockhaus am Winona-See, 30 Kilometer nördlich der Stadt, verbrachte, von den Tagen, die sie sich mit Fischen und Schwimmen vertrieb. Ihre Anhänger tragen T-Shirts mit der Aufschrift: "Hillary hat mich gesandt". Es sind ihre Massen, doch es ist nicht mehr ihr Wahlkampf. Es ist nur noch ein Mitmachen, ein Ermutigen für den Ex-Rivalen. Wahlkampfendspurt.

20 Tage sind es noch bis zur Wahl am 4. November. "Die Krise kommt den Demokraten zu Gute. Die Bürger geben traditionell der Regierungspartei die Schuld, wenn es nicht läuft", sagt Jean W. Harris, Politikwissenschaftlerin an der Jesuiten-Universität in Scranton. Wegen der Wall-Street-Krise liegt Obama in Pennsylvania zehn Prozentpunkte vor McCain. Zeit für Wechsel, Zeit für Wandel. Auch Hillarys Sätze klingen jetzt so.

Die Zeit sei reif für ein Duo, das die Menschen an die erste Stelle setzt, sagt sie. "Obama und Biden sind für euch da - darum bin ich für sie." Eine Show der Zusammengehörigkeit. Hillary Clinton Hand in Hand mit Joe Biden, dem Vizekandidaten der Demokraten, der in Scranton geboren ist. Sie: "Nie hat er vergessen, wo er herkommt." Er: "Hillary hat immer für die Leute gekämpft, die auf der anderen Seite der Macht stehen". Beide: "Wir sind richtig gute Freunde, seit Langem." Die Clintons und Joe Biden sollen für Barack Obama schaffen, was er selbst nicht vermochte: Die hart arbeitende, streng gläubige Mittelschicht für sich zu begeistern. Ihr Faustpfand ist ihre Herkunft. "Meine Werte sind aus Scranton", sagt Joe Biden.

David Kveragas, der als freiwilliger Wahlkampfhelfer für McCain Werbung macht und Wähler registriert, kann diese Sätze nicht mehr hören, diese ewige Lobhudelei, dieser affektierte Lokalpatriotismus - eine große Lüge, sagt er. "Biden denkt, er habe seine Werte aus Scranton, aber wo ist denn die nächste Abtreibungsklinik? 60 Meilen weit entfernt. So etwas gibt es bei uns nicht, an so was ist nicht einmal zu denken." Kveragas sitzt in einem Wahlkampfbüro, Downtown Scranton, auf dem Kopf eine "Für-faire-Steuern"-Kappe. Hinter ihm steht ein Pappschild von Sarah-Palin im roten Kostüm und in Lebensgröße, an der Wand zehn Polaroids: Je ein Wahlkampfhelfer mit der Papp-Palin im Arm.

"Entweder Demokrat oder Katholik"

Kveragas ist ein Fan der Vize-Kandidatin der Republikaner. Nicht nur, weil sie vom Dorf kommt, was vom Jagen, Fischen und Schießen versteht, sondern weil sie gegen Abtreibung ist. Abtreibung - das ist nicht irgendein Thema, sondern das Thema. "Auf dem Leben", sagt Mary Ann McGuire, als sie ins Büro kommt, um sich Platzkarten für den Palin-Auftritt zu sichern, "baut doch alles auf: Wären wir nicht geboren, könnten wir auch nicht zur Wahl gehen." Für sie gibt es keinen Kompromiss. Die Menschen müssen sich entscheiden: "Entweder sind sie Demokrat oder Katholik."

Donna Bisconti hat ihre Wahl getroffen. Während Clinton und Biden die Menge anheizen, steht die strenggläubige Katholikin auf einer Verkehrsinsel vor der Sporthalle. Sie hält ein Schild in der Hand: "Abtreibung ist Mord". Sie ist wütend, sagt "Gott wird dieses Land nicht segnen, wenn die Abtreibung nicht gestoppt ist: Obama ist ein Monster."

Obama und die katholischen Werte

Dagegen stellt sich Irene Creps. Sie ist extra 4500 Kilometer geflogen, von San Francisco, Kalifornien nach Scranton, Pennsylvania. Dort steht sie jetzt, eine drahtige Frau, Mitte 70, Jeans, Blümchenbluse, in der Hand einen Artikel aus der New York Times, Titel: "Obama vertritt die katholischen Werte". Creps, die zwanzig Jahre in katholischen Schulen unterrichtete, hofft auf den Wandel im Land und verteidigt zugleich die Werte ihrer Konfession. "Lest, kopiert und verteilt nach der Messe", fordert sie Katholiken auf, die vom Wahlkampfauftritt kommen. "In allen Punkten, ob Gesundheitsfürsorge, Erziehung, Krieg, sehen wir doch: Obama vertritt katholische Positionen."

Von der Kanzel wurde ihnen am Sonntag das Gegenteil gepredigt: Bischof Martino von Scranton hatte einen pastoralen Brief geschrieben, alle Priester lasen ihn in den Gemeinden vor: "Abtreibung ist das Hauptthema in diesem Jahr und in jedem Jahr und in jedem Wahlkampf" - keine unmittelbare Wahlempfehlung, aber eine unmissverständliche Aufforderung. "Wer die Stimmen der Katholiken gewinnt - ein Viertel der ganzen US-Wähler, ein Drittel in den umkämpften Staaten Pennsylvania, Ohio, Michigan oder Missouri - gewinnt die Wahl", sagt der Politikwissenschaftler G. Terry Madonna. Schlucken sie die bittere Modernitätspille Abtreibung oder hören sie auf den Rat ihres Bischofs? Noch sind viele Katholiken unentschlossen. Um ihre Stimmen kämpfen die Parteien in allen Scrantons der USA.

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.
  • Sonja Hartwig