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Medienberichte USA sollen Anklage gegen Wikileaks-Gründer Assange vorbereiten

Wikileaks-Gründer Julian Assange hält sich seit vier Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London auf
Wikileaks-Gründer Julian Assange hält sich seit vier Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London auf
© Dominic Lipinski/Picture Alliance
US-Justizminister Jeff Sessions will Julian Assange vor Gericht bringen. Staatsanwälte sollen eine Anklage gegen den Wikileaks-Gründer vorbereiten. Auch Mitarbeiter der Enthüllungsplattform müssen sich womöglich verantworten. 

Julian Assange hat mit seiner Enthüllungsplattform Wikileaks zahlreiche vertrauliche Informationen von US-Behörden veröffentlicht. Das Land arbeitet an einer Klage gegen den 45-Jährigen. US-Justizminister Jeff Session sieht in der Festnahme des Australiers eine Priorität.

Anklagen gegen Wikileaks-Mitarbeiter in mehreren Punkten

Wie der US-Sender CNN unter Berufung auf Regierungsbeamte berichtet, ermitteln die Behörden bereits seit 2010 gegen Assange und seine Internet-Plattform. Sie hätten sich auch mit der Frage herumgeschlagen, ob der "Whistleblower" durch das Verfassungsrecht auf freie Meinungsäußerung gedeckt sei. Nach Angaben der "Washington Post" haben US-Staatsanwälte in den vergangenen Wochen an einem Memo gearbeitet, das Anklagen gegen Assange und andere Wikileaks-Mitarbeiter wegen Verschwörung, Diebstahl von Regierungseigentum und Verstöße gegen das Spionagegesetz vorsehe. Das Justizministerium wollte sich zu den Berichten nicht äußern.

US-Justizminister Jeff Sessions hat die Festnahme von Wikileaks-Gründer Julian Assange sowie den Kampf gegen die Veröffentlichung von Staatsgeheimnissen zu einer "Priorität" der neuen US-Regierung erklärt. "Wir werden unsere Anstrengungen gegen alle undichten Stellen verstärken und verstärken diese bereits", antwortete Sessions am Donnerstag in Washington auf die Frage eines Journalisten, ob Assanges Festnahme eine Priorität der USA sei.

Julian Assange befürchtet Auslieferung

Assange lebt seit 2012 im Exil in der ecuadorianischen Botschaft in London. Damit will der 45-jährige Australier einer Auslieferung an die schwedische Justiz entgehen, die ihn zu Vergewaltigungsvorwürfen befragen will. Assange spricht von einem politisch motivierten Verfahren und von einvernehmlichem Sex. Er befürchtet, dass ihn Schweden an die USA ausliefert, wo ihm möglicherweise die Todesstrafe droht.

Wikileaks hatte im Jahr 2010 ein politisches Erdbeben ausgelöst, als sie mehr als 250.000 vertrauliche Dokumente von US-Botschaften in aller Welt veröffentlichte. Sie enthüllte unter anderem Details über das Vorgehen der US-Streitkräfte bei den Kriegen im Irak und in Afghanistan. Wikileaks machte auch eine Reihe von Dokumenten publik, die zeigen, wie der US-Geheimdienst NSA Bundeskanzlerin Angela Merkel ausspionierte.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz
fri DPA AFP

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