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Ausreisewelle hält an 680 deutsche Islamisten nach Syrien und Irak gereist


Laut Bundesverfassungsschutz reißt der Strom an deutschen Dschihadisten, die im Irak und in Syrien kämpfen, nicht ab. 85 der selbsternannten Gotteskrieger sollen bereits umgekommen sein.

Die Ausreisewelle von Islamisten in die Kampfgebiete in Syrien und dem Irak ist nach Angaben des Bundesverfassungsschutzes ungebrochen. 680 Islamisten seien inzwischen von Deutschland aus in die Kriegsgebiete gereist, erklärte die Behörde am Mittwoch. Ein Drittel von ihnen sei inzwischen wieder zurückgekehrt. Zudem gebe es Hinweise, dass rund 85 der Dschihadisten in Syrien oder dem Irak umgekommen seien. "Der Ausreisestrom in die Kampfgebiete hält unvermindert an, die brutale IS-Propaganda verfängt weiter", sagte Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen mit Blick auf die Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS), die weite Teile Syriens und des Irak unter Kontrolle hat.

Die schockierenden Bilder von Hinrichtungen beispielsweise seien nicht nur Teil der hochprofessionellen Medienarbeit des IS, sondern auch ein Element der psychologischen Kriegführung. "Hiergegen hilft nur die Aufklärung über die grausame Wirklichkeit, der IS muss endlich entzaubert werden", forderte Maaßen. "Die gesamte Gesellschaft ist hier gefordert". Der IS wirbt im Internet mit Filmen um Anhänger, in denen etwa die Verbrennung eines in einem Käfig gefangenen jordanischen Piloten oder Enthauptungen zu sehen sind. Mehr als zwölf Prozent der aus Deutschland ausgereisten Islamisten sind nach Angaben des Verfassungsschutzes Konvertiten.

Auch in Deutschland wachse die Salafisten-Szene ungebremst weiter, warnte Maaßen. "Damit wird auch der Nährboden für den Dschihad immer größer." Hochburgen der inzwischen etwa 7300 Salafisten seien nach wie vor Nordrhein-Westfalen, Berlin und Hessen.

amt/Reuters Reuters

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