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Verhandlungen mit den USA: Nordkorea will Atomprogramm aussetzen

Die Atomgespräche mit den USA haben offenbar Wirkung gezeigt: Nordkorea willigt ein, sein Atomprogramm in der Anlage von Yongbyon auszusetzen. Zuvor hatte Washington Lebensmittellieferungen an Bedingungen geknüpft.

Nordkorea hat einer Aussetzung seines Atomprogramms in der Anlage von Yongbyon zugestimmt. Dies betreffe Atomwaffentests, die Urananreicherung sowie den Abschuss von Langstreckenraketen, teilte das US-Außenministerium am Mittwoch in Washington mit.

Außerdem habe sich Pjöngjang zu der Rückkehr von UN-Inspektoren bereit erklärt, um die Einhaltung des Moratoriums bei der Urananreicherung zu überwachen. Die USA erklärten sich im Gegenzug zu Lebensmittelhilfen für die verarmte nordkoreanische Bevölkerung bereit. In der vergangenen Woche hatten die USA und Nordkorea erstmals seit dem Tod des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il wieder Atomgespräche geführt.

Die USA hätten zwar nach wie vor "tiefgreifende Bedenken" bezüglich des nordkoreanischen Verhaltens in vielen Bereichen, hieß es in der Erklärung des Außenministeriums weiter. "Aber die heutige Ankündigung spiegelt wichtige - wenngleich begrenzte - Fortschritte dabei wider, einigen dieser Bedenken Rechnung zu tragen."

USA stellten politische Bedingungen

Am Dienstag hatten die USA Lebensmittellieferungen für Nordkorea an politische Bedingungen geknüpft. "Voraussetzungen" für eine Wiederaufnahme der Hilfe seien, dass sich Pjöngjang zu Gesprächen über eine Einstellung seines Atomprogramms sowie seiner Raketentests bereit erkläre und internationale Inspekteure in die Atomanlage Yongbyon lasse, sagte der Befehlshaber des US-Pazifikkommandos, Admiral Robert Willard, vor einem Senats-Ausschuss in Washington. Das US-Außenministeriums hatte noch am Montag dementiert, nordkoreanische Hilfsanfragen mit politischen Gegenforderungen zu verknüpfen.

Die USA wollen nunmehr die geplante Lieferung von 240.000 Tonnen Nahrungsmitteln an Nordkorea in Angriff nehmen. Einzelheiten dazu sollen bei einem Treffen mit nordkoreanischen Vertretern festgezurrt werden.

Drastische Lebensmittelknappheit in Nordkorea

Das US-Militär verfolge genauestens, ob es nach dem Tod von Staatschef Kim Jong Il im Dezember "Zeichen für Instabilität" in dem stalinistisch regierten Land gebe, sagte Willard weiter. Es scheine aber so, als wolle sein Sohn Kim Jon Un als Nachfolger die Politik seines Vaters fortsetzen. Dafür spreche auch, dass der neue Staatschef nach wie vor von Vertrauten seines Vaters umgeben sei.

Nach einem Besuch in Nordkorea im vergangenen Jahr hatten fünf US-Hilfsorganisationen Washington eindringlich zu Hilfslieferungen aufgefordert. Nach ihren Angaben war die Lebensmittelknappheit in dem Land so dramatisch, dass Menschen Gras essen würden. Die US-Regierung hatte Nordkorea im September nach Überschwemmungen Hilfslieferungen gesandt, schreckt aber grundsätzlich vor Nahrungsmittelhilfen zurück aus Sorge, diese könnten von der Regierung in Pjöngjang zu politischen Zwecken missbraucht werden.

Nordkorea hatte die sogenannten Sechser-Gespräche mit den USA, Südkorea, Russland, Japan und China über sein Atomprogramm im April 2009 offiziell abgebrochen. Einen Monat später hatte Nordkorea dann einen Atomwaffentest unternommen, den zweiten nach 2006.

mlr/AFP/DPA / DPA