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Verletzung des Luftraums: Kanadier fangen Russen-Bomber ab

Es mutet an wie Kalter Krieg: Kanadische Flieger haben zwei russische Bomber abgefangen. Sie sollen mehrmals versucht haben, in Kanadas Luftraum einzudringen. Die beiden Staaten streiten um ein Stück der Arktis.

Kanadische Jagdflugzeuge haben an der Nordgrenze des Landes zwei russische Bomber abgefangen. Die Piloten der Tupolew-Bomber Tu-95 hätten bereits am Freitag versucht, von Richtung Nordpol kommend in kanadischen Luftraum einzudringen, wie das Verteidigungsministerium in Ottawa am Samstag meldete. Die beiden Flugzeuge hätten mehrere Versuche gemacht, seien aber immer wieder von kanadischen CF-18-Jägern abgefangen worden. Russische Quellen berichten hingegen in kanadischen Medien, die Bomber seien auf einem normalen Trainingsflug gewesen und nie in fremden Luftraum eingedrungen.

Der Vorfall ereignete sich nach kanadischen Angaben keine 500 Kilometer nördlich von Goose Bay im Osten Labradors. Nahe des Städtchens ist eine große Luftwaffenbasis, auf der auch deutsche Luftwaffen-Piloten regelmäßig üben. Mit dem gewaltigen Langstreckenbomber Tu-95, der mit seinen acht Propellern eine Reichweite von mehr als 14.000 Kilometer hat, hat Russland in den vergangenen Jahren immer wieder den Luftraum Großbritanniens, Islands, Japans, Kanadas und anderer Staaten verletzt.

Mit Kanada streitet Moskau um die Arktis, weil Russland einen 1,2 Millionen Quadratkilometer großen Teil der Arktis beansprucht, einschließlich des Nordpols. Moskau hat immer wieder klargemacht, seine Interessen notfalls auch mit militärischer Gewalt durchsetzen.

DPA / DPA