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Vom Puck zum Paket "Man bleibt definitiv fit" – Kanadischer Ex-Eishockeyprofi arbeitet jetzt bei der Post

Kanadischer Ex-Eishockeyprofi arbeitet jetzt bei der Post
Seit fünf Jahren arbeitet Dany Bousquet für die Post und entdeckt dabei immer wieder Ähnlichkeiten zu seiner Karriere als Profisportler
© Philipp von Ditfurth / DPA
Als Eishockeyprofi reiste Dany Bousquet um den Globus, dann kamen die Verletzung und das Karriereaus. Jetzt arbeitet der gebürtige Kanadier in der Nähe von Freiburg für die Post – gibt es da Parallelen? 

Früher rauschte er auf Kufen übers Eis, heute legt er in seinem Job täglich rund 15 Kilometer zu Fuß zurück: Ex-Eishockeyprofi Dany Bousquet stellt jetzt Briefe und Pakete zu. "Man bleibt definitiv fit mit der Arbeit", sagt der 47-jährige gebürtige Kanadier an einem grauen Dezembertag auf seiner Tour durch sein Zustell-Gebiet nahe Freiburg.

Bousquet spielte in diversen Teams auf zwei Kontinenten. Mit drei Jahren stand er in Kanada zum ersten Mal auf dem Eis. Seine Profikarriere begann 1995 in Nordamerika. Bis 2002 spielte er dort in der Profiliga, dann kam er nach Europa, wo er unter anderem beim EHC Freiburg und bei den Kassel Huskies unter Vertrag genommen wurde. In der Ersten Liga in Österreich wurde er 2006 zum besten Torschützen gekürt.

Das Karriereende kam plötzlich

2010 verletzte sich Bousquet am Knie und beendete seine Karriere. "Irgendwann muss man was anderes machen. Man kann nicht das ganze Leben lang Eishockey spielen", sagt Bousquet – und man meint, ein leises Bedauern aus seinen Worten herauszuhören.

Nach seinem Aus beim Eishockey arbeitete Bousquet erst im Schichtdienst, dann bei einer Montagefirma, was ihm lange Abwesenheiten von seiner Frau und seinen beiden Töchtern aufbürdete. Bei der Post sei er nun seit fünf Jahren und zufrieden mit dem Job, sagt Bousquet – vielleicht auch, weil er einige Parallelen zu seinem Sportlerleben sieht.

"Man ist immer in Kontakt mit Leuten", erzählt er. Das sei wichtig bei der Paketzustellung, etwa um zu wissen, wo er die Päckchen ablegen könne. Und weil er als Vertretung arbeite, mit ständig wechselnden Einsatzgebieten, müsse er auch flexibel bleiben – so wie damals bei seinen häufig wechselnden Teams.

"Ich bin lieber draußen und bewege mich"

Der Wechsel vom Profi-Sport zum neuen Job bedeutete eine große Umstellung. "Meine Karriere war mein ganzes Leben", sagt der 47-Jährige. Sich neu zu orientieren sei nicht ganz leicht gewesen. Aber das Geld aus der Profi-Zeit habe nicht auf Dauer gereicht – wobei das nicht der einzige Grund für seinen Arbeit bei der Post sei: "Ich kann nicht nur daheim bleiben und rumsitzen. Ich bin lieber draußen und bewege mich." Das Paketetragen sei ein wahres Krafttraining. "Eishockey hat mir den Vorteil gegeben, dass ich fit bin."

Die Menschen, die Bousquet mit Briefen und Päckchen beliefert, wüssten meist nichts von seiner Sportler-Vergangenheit, sagt der Kanadier. Dem Eishockey ganz den Rücken gekehrt hat er aber nicht: Vor Corona habe er sich einmal pro Woche mit seinen alten Teamkollegen zum Spielen auf dem Eis verabredet. Und erst in diesem Jahr kam die Krönung seiner Karriere: Die nordamerikanische East Coast Hockey League nahm Bousquet wegen seiner eindrucksvollen Torbilanz in ihre Hall of Fame auf.

Paketbote Alexander Lichtner

Sehen Sie im Video: Alexander arbeitet seit zehn Jahren bei der Post als Paketzusteller. Im Juli hat er dem stern erzählt, wie sein ganz neuer Alltag in der Coronakrise aussieht.

Violetta Heise / sve DPA

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