Waldbrände in Spanien Evakuierte klagen über Regierung


Im spanischen Naturreservat von Guadalajara sind Waldbrände außer Kontrolle. Die evakuierten Anwohner klagen über mangelnde Fürsorge der Regierung.

Das Feuer in einem Naturreservat von Guadalajara östlich von Madrid war am Wochenende offiziellen Angaben zufolge von Besuchern ausgelöst worden, die in dem Schutzgebiet Grillfeuer entzündet hatten. Die Feuerwehrleute seien von den Flammen überrascht und eingeschlossen worden, sagte der Bürgermeister von Riba de Saelices. In der Nähe der Ortschaft war der Brand entfacht worden. Weil der Trupp zwei Stunden lang vermisst wurde, hatten sich Dorfbewohner auf die Suche nach den Männern und Frauen gemacht und schließlich elf völlig verkohle Leichen gefunden. Zunächst war von zwölf Toten die Rede. "Es gab nur einen Überlebenden", sagte der Bürgermeister im spanischen Hörfunk. Bei den Opfern handele es sich um Männer und Frauen im Alter von etwa 20 bis 30 Jahren.

Klagen über mangelnde Fürsorge

Rund 500 Menschen mussten wegen der Feuerfront, die sich über eine Länge von rund 17 Kilometern erstreckte, ihre Häuser verlassen. Brände gab es auch in zwei weiteren Gebieten in Spanien, sie konnten jedoch schnell unter Kontrolle gebracht werden. Wegen einer Hitzewelle leiden große Teile des Landes derzeit unter der schlimmsten Dürre seit den 1940er Jahren. Die in Sicherheit gebrachten Dorfbewohner beklagten mangelnde Fürsorge der Behörden. "Die von der Regierung getroffenen Maßnahmen sind dürftig, wir sind ungeschützt und wurden vergessen", sagte ein Frau, die in ein benachbartes Dorf gebracht worden war. "Wir haben die Behörden früh über das Feuer informiert, aber sie sind lange nicht gekommen. Wir sind wirklich wütend." Angefacht von starken Winden erreichten die Flammen bis zu 40 Meter Höhe. Rund 150 Feuerwehrleute versuchten die Brände am Sonntag am Boden und aus der Luft zu löschen. Mit Einbruch der Dunkelheit schlugen die Helfer Schneisen, um den Flammen die Nahrung zu nehmen.

In der Stadt Puertollano nahm die Polizei einen Mann fest, der im Verdacht stand, einen weiteren Brand in der Nähe einer Ölraffinerie gelegt zu haben. Dieses Feuer konnte nach Regierungsangaben jedoch schnell unter Kontrolle gebracht werden. Auch in der Provinz Zamora dämmte die Feuerwehr einen Brand ein, der auf einer Fläche von rund 1200 Hektar gewütet hatte.

Hitzewelle auch in Frankreich

Wie in Spanien und Portugal hielt auch in Frankreich die Hitzewelle am Wochenende an. Die Pegel der Flüsse im Westen des Landes waren am Montag auf dem niedrigsten Stand seit 1976. Präsident Jacques Chirac rief zum Wassersparen auf. "Ich fordere jeden Menschen auf, sich um die Begrenzung des exzessiven Wasserverbrauchs zu bemühen", sagte er. Die Zahl der Departements, in denen Wasser rationiert ist, stieg auf 52. Frankreich ist in 96 Departements unterteilt. Gesundheitsminister Xavier Bertrand hat 26 Millionen Euro bereitgestellt, um ältere Menschen vor den Folgen der Hitze zu schützen. Im Jahr 2003 waren bei einer ähnlichen Hitzeperiode 15.000 ältere Menschen in Frankreich gestorben.

Reuters Reuters

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