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Wirtschaftskompetenz: Eigene Beraterin zweifelt an McCain

Um die Wirtschaftskompetenz der Republikaner John McCain und Sarah Palin ist es nicht gut bestellt - sagt zumindest John McCains Beraterin. Beide könnten keine große Firma leiten, so Carly Fiorina. Sie muss es wissen: Fiorina hat den Computergiganten Hewlett Packard geleitet.

Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber John McCain und seine Vizekandidatin Sarah Palin haben nach Einschätzung ihrer eigenen Wirtschaftsberaterin keine unternehmerischen Qualitäten. Beide könnten keine große Firma leiten, erklärte die frühere Hewlett-Packard-Chefin Carly Fiorina im Rundfunk. Allerdings fehle auch dem demokratischen Kandidaten Barack Obama und seinem Vize Joe Biden das entsprechende Wissen.

"Ich glaube nicht, dass John McCain ein großes Unternehmen führen könnte", sagte Fiorina am Dienstag im TV-Sender MSNBC. Zuvor war sie im Radiosender KTRS gefragt worden, ob Palin ihrer Meinung nach über die nötige Erfahrung verfüge. Fiorina verneinte, betonte aber, die republikanische Politikern bewerbe sich auch nicht um einen Posten in der Wirtschaft. "Ein Unternehmen zu führen ist etwas anderes" als Politik, sagte die ehemalige Topmanagerin.

Obamas Wahlkampfteam zog nach Fiorinas Äußerung McCains Führungsqualitäten in Zweifel. "Wenn John McCains Wirtschaftsberaterin nicht glaubt, dass er ein Unternehmen leiten kann, wie in aller Welt kann er dann die weltgrößte Wirtschaft inmitten einer Finanzkrise führen?", erklärte Sprecher Tommy Vietor.

Fiorina wurde im Februar 2005 nach sechs Jahren an der Spitze von Hewlett-Packard als Vorstandschefin entlassen. Sie hatte versucht, den kalifornischen Druckerhersteller in einen Technologie-Giganten zu verwandeln und die IT-Branche 2002 mit der Übernahme des Konkurrenten Compaq in Staunen versetzt.

AP / AP