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"Irgendwann kommt die Antwort": So reagiert Putin auf die geplanten US-Sanktionen

98 der 100 US-Senatoren stimmten am Donnerstag dafür, neue Sanktionen gegen Russland zu verhängen. Wladimir Putin zeigte sich von dieser Ankündigung unbeeindruckt. Es werde aber die Zeit kommen, in der Moskau eine Antwort geben wird.

Wladimir Putin bei der Pressekonferenz in Finnland

Wladimir Putin bei der Pressekonferenz in Finnland

Nahezu einstimmig hat der US-Senat neue Sanktionen gegen Russland gebilligt. Nun fehlt nur noch eine Unterschrift von Donald Trump, damit diese in Kraft treten. Der russische Präsident Wladimir Putin reagierte auf diese Nachricht äußerlich gelassen, er wählte dennoch klare Worte: "Wir verhalten uns sehr zurückhaltend und geduldig, aber ab einem gewissen Zeitpunkt werden wir eine Antwort geben müssen. Denn es ist unmöglich, diese Art von Unverschämtheit gegenüber unserem Land ewig zu tolerieren“, sagte er während einer Pressekonferenz zum Abschluss seines Besuchs bei dem finnischen Präsidenten.  

Sollte Washington die Sanktionen tatsächlich beschließen, so würde dies vom "ausgeprägtem Zynismus" zeugen, sagte Putin mit einem resignierten Lächeln. "Denn es ist ein klarer Versuch, die eigenen geopolitischen Stärken dazu zu nutzen, die eigenen wirtschaftlichen Interessen zu verfolgen - in diesem Fall auf Kosten der eigenen Verbündeten", so das russische Staatsoberhaupt.

Wladimir Putin will erst konkrete Sanktionen abwarten

Wie Russlands konkrete Antwort auf die neuen Sanktionen ausfallen wird, ließ Putin offen. "Wir haben noch nicht die endgültigen Sanktionspläne gesehen, daher haben wir auch keine endgültige Meinung dazu. Wir werden sehen." Die Reaktion Moskaus hänge letztendlich davon ab, in welcher Form die Sanktionen im Endeffekt umgesetzt würden.

"Aber wir sehen, dass man schon seit längerer Zeit versucht, uns zu provozieren", sagte Putin mit einem Seufzer. "Mal weist man unsere Diplomaten ohne eine Erklärung aus, mal werden unsere diplomatischen Besitztümer konfisziert." Was sowieso aus jedem Rahmen falle, da solch ein Vorgehen gegen völkerrechtliche Normen verstoße.

"Ich bin wirklich traurig"

Auch die Sanktionen betrachtet Putin als "absolut illegal", da sie die "Grundsätze des internationalen Handels und die Regeln der Welthandelsorganisation verletzten."

Hinsichtlich des schlechten Verhältnisses zwischen Russland und den USA drückte der Kreml-Chef Bedauern aus. "Ich bin wirklich traurig", sagte Putin. Die russisch-amerikanischen Beziehungen würden im innenpolitischen Kampf geopfert werden. Stattdessen könnten die beiden Länder zusammen viel effektiver bei der Beilegung internationaler Krisen zusammenarbeiten, wie dem Anti-Terror-Kampf. 

Das russische Außenministerium hat sich jedoch bereits eine kleine Racheaktion überlegt. Am Freitag forderte Moskau die US-Regierung auf, einen Teil ihres diplomatischen Personals aus Russland abzuziehen. Das Personal der US-Botschaft und der US-Konsulate solle auf 455 Diplomaten und Mitarbeiter reduziert werden. Also auf genau die Zahl der russischen diplomatischen Vertreter, die sich zur Zeit in den USA aufhalten. 

Außerdem untersagt das russische Außenministerium ab dem 1. August die Nutzung der US-Datscha in der Region von Serebryany Bor und bestimmter Lagerräume in Moskau.

Ende des vergangenen Jahres hatte die US-Regierung russische diplomatische Häuser in der Nähe von Washington und New York beschlagnahmt und Diplomaten aus dem Land gewiesen.

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ivi