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Desinformation im Wahlkampf Grüne und Baerbock besonders häufig Opfer von Hasskampagnen in sozialen Medien

Annalena Baerbock steht hinter einem Mikrofon und schaut ernst
Die Grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock offenbar rund dreimal so häufig Opfer von Hasskommentaren wie ihr Kontrahent Armin Laschet
© Bernd von Jutrczenka / DPA
Die Grünen und ihre Spitzenkandidatin Annalena Baerbock sind offenbar besonders häufig von Desinformations-Kampagnen im Netz betroffen. Einer Analyse zufolge konzentrieren sich die mit Abstand meisten Hasskommentare auf die 40-Jährige.

Die Grünen sind laut einer Analyse des "Spiegel" mit weitem Abstand am häufigsten von Hasskampagnen und Desinformations-Attacken in sozialen Netzwerken betroffen. Zwar beziehen sich diese auch auf andere Parteien, jedoch in deutlich geringerem Maße. Noch gravierender sei der Unterschied bei den Angriffen auf die jeweiligen Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten, von denen sich überproportional viele gegen Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock richteten.

Für die Analyse wertete das Magazin nach eigenen Angaben knapp eine Million öffentlicher Facebook-Kommentare aus 341 extrem rechten und verschwörungsideologischen Gruppen aus. Daraus seien etwa 50.000 Beiträge herausgefiltert worden, die potenziell strafbaren Hass beinhalten würden. Von ihnen richteten sich demnach 174 gegen die SPD, 265 gegen die CDU und 1535 gegen die Grünen.

Auch Baerbock von Hasskommentaren betroffen

Bezogen auf die Spitzenkandidatinnen und -kandidaten wurden rund 75.000 Beiträge aus denselben Gruppen, in denen die Betroffenen erwähnt wurden, untersucht. Baerbock wurde demnach in 63.000 der Fälle attackiert, Unions-Kandidat Armin Laschet in 21.000 Fällen und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz nur in gut 4000 Fällen. 

Noch vor Baerbock lagen allerdings als Ziel von Attacken allerdings laut "Spiegel" Bundeskanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU). Beide bewerben sich aber nicht oder nicht mehr um die Regierungsführung.

Grüne wohl Hauptziel russischer und chinesischer Einmischung

Die Grünen seien außerdem "das Hauptziel russischer und chinesischer Einmischungsversuche", zitierte der "Spiegel" den Geschäftsführer des Thinktanks European Values aus Prag, Jakub Janda. Dieser äußerte die Erwartung, dass solche Attacken bis zur Wahl noch zunehmen dürften.

Auch das Bundesinnenministerium hat dem Magazin zufolge beobachtet, dass der russische Staatssender RT Deutsch seit der Nominierung Baerbocks zur Grünen-Kanzlerkandidatin im April "schnell und mehrfach sowohl die Kandidatin als auch den Programmentwurf ihrer Partei zum Gegenstand einer rhetorisch verschärften Berichterstattung gemacht" habe". Dies gehe aus einem vertraulichen Papier des Ministeriums für die Innenministerkonferenz im Juni hervor.

"Es ist unfassbar, wie viele Lügen über uns im Netz kursieren und wie viel Hass und Hetze uns entgegenschlagen", sagte dazu Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner. Insbesondere seit der Verkündung der Kandidatur Baerbocks sei ein "ganz neues Ausmaß" zu spüren.

AfD-Politiker Thomas Ehrhorn

Sehen Sie im Video: Dieses Video verbreitet sich 2021 in den sozialen Medien und über Messenger-Dienste. Der Clip zeigt Thomas Ehrhorn, angeblich einen Politiker der Grünen, der im Bundestag eine Drohrede hält. Doch was hat es damit auf sich?

jus DPA

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