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Bericht der Troika: Griechenland braucht noch mehr Geld

Der Abbau der Schulden Hellas ähnelt mehr und mehr dem mytischen Kampf gegen die Hydra: Wird ein Schuldenloch gestopft tauchen sofort neue auf. Laut einem Medienbericht sollten selbst die 130 Milliarden Euro der zweiten Tranche nicht ausreichen, um eine Pleite zu verhindern - wenn diese denn ausgezahlt wird.

Auf die Länder der Euro-Zone kommen im Rahmen des zweiten Rettungspakets für Griechenland nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" neue Lasten zu.

Nach Einschätzung der Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) brauche das Land noch einmal zusätzlich rund 15 Milliarden Euro, berichtet "der Spiegel" in seiner neuen Ausgabe. Statt 130 Milliarden Euro, wie Ende Oktober vergangenen Jahres beschlossen, würden etwa 145 Milliarden Euro fällig. Grund sei die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in Griechenland. "Wir gehen nicht davon aus, dass man das fehlende Geld allein bei den privaten Gläubigern einsammeln kann", zitiert das Magazin die Kontrolleure.

Die Bundesregierung hatte EU-Währungskommissar Olli Rehn noch am Freitag vorgeworfen, mit Aussagen über einen höheren Finanzbedarf in Griechenland unnötig Verwirrung zu stiften. Auch Rehn hatte erklärt, der Forderungsverzicht privater Gläubiger werde für eine Lösung nicht ausreichen. Weitere staatliche Hilfen seien unausweichlich. Dazu hatte Regierungssprecher Steffen Seibert erklärt: "Ich weiß nicht, was Herr Rehn weiß, was wir angeblich nicht wissen."

Für Deutschland gelte das bewährte Verfahren, auf Grundlage des Berichts der Troika die Entwicklung in Athen zu beurteilen. Die Bundesregierung diskutiere "auf der Basis von Fakten - und nicht von Annahmen und Vermutungen", sagte Seibert.

ono/DPA / DPA