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+++ Liveticker zur Kreditaffäre des Bundespräsidenten +++ Wulff entschuldigt sich - und bleibt


Bundespräsident Christian Wulff ist vor die Kameras getreten: Er habe Verständnis für "Irritationen", bleibe aber im Amt. SPD und Grünen reicht das nicht. Die Ereignisse im Liveticker.

+++ 16:45 Uhr: FDP will Wulff weiter unterstützen +++

FDP-Chef Philipp Rösler zeigte sich nach der Wulff-Rede erleichtert. "Es ist gut, dass Christian Wulff noch vor Weihnachten dem Bedürfnis nachgekommen ist, selbst für ein offenes Wort zu sorgen." Für seine persönliche Erklärung verdiene er Respekt. Sie enthalte "wesentliche Klarstellungen zu den erhobenen Vorwürfen", sagte der Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister. Die FDP werde die Arbeit des Bundespräsidenten weiter unterstützen und ihm dabei ihr Vertrauen entgegenbringen.

+++ 16:38 Uhr: Künast verspürt "fades Gefühl" +++

Grünen-Fraktionschefin Renate Künast nennt die Entschuldigung Wulffs unzureichend: "Christian Wulff hat eingeräumt, was bekannt war. Als Zuhörer bleibt man verdutzt zurück", so Künast. "Es bleibt das fade Gefühl des Ungewissen und eines 'Systems Hannover'." Der Maßstab, um der Würde des Amtes gerecht zu werden, sei eine umfassende Erklärung zu dem, was war. "Diesem Maßstab ist er nicht gerecht geworden."

+++ 16:24 Uhr: SPD verlangt weitere Aufklärung +++

Die SPD dringt ungeachtet der Entschuldigung Wulffs auf weitere Aufklärung in der Kreditaffäre. Vize-Fraktionschef Hubertus Heil sagte: "Es ist richtig, dass der Bundespräsident eingeräumt hat, dass es ihm an Gradlinigkeit gefehlt hat und er die Vorgänge bedauert." Trotzdem sei dies und die Trennung von seinem Sprecher kein Ersatz für die Aufklärung in der Sache. Im niedersächsischen Landtag müsse aufgeklärt werden, ob Wulff gegen das niedersächsische Ministergesetz verstoßen habe. "Die vollständige Aufklärung im Landtag ist bisher von CDU und FDP behindert worden", kritisierte der SPD-Politiker.

+++ 16:20 Uhr: Merkel will nichts hinzufügen +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich zurückhaltend zur Erklärung Wulffs. Über Regierungssprecher Steffen Seibert ließ sie mitteilen: "Die Worte des Bundespräsidenten stehen für sich. Ihnen ist nichts hinzuzufügen." Die Kanzlerin hatte Wulff seit Beginn der Kreditaffäre zweimal ihres Vertrauens versichert.

+++ 15:47 Uhr: Wulff bittet um Vertrauen +++

Wulff entschuldigt sich dafür, dass er den Privatkredit Anfang 2010 vor dem Landtag in Hannover nicht erwähnt hat: "Das war nicht geradlinig, und das tut mir leid." Gleichzeitig bittet er die Bürger um Vertrauen: "Ich werde das Amt auch in Zukunft gewissenhaft und mit ganzer Kraft ausfüllen."

+++ 15:45 Uhr: Wulff bedauert Entlassung seines Sprechers +++

Wulff bedauert, dass er seinen bisherigen Sprecher und Vertrauten Olaf Glaeseker entlassen musste. Gründe dafür nannte er aber nicht.

+++ 15:42 Uhr Wulff bleibt im Amt +++

Bundespräsident Christian Wulff entschuldigt sich für seinen bisherigen Umgang mit der Kreditaffäre, will aber im Amt bleiben. Er bedauere die entstandenen Irritationen. Die Vorwürfe nehme er sehr ernst. Alle Auskünfte seien erteilt worden, sagte Wulff. Auch seine Ferienaufenthalte bei Freunden habe er offengelegt. Er habe über 250 Einzelfragen jeder Art beantwortet.

+++ Pressekonferenz startet um 15.30 Uhr +++

Hochspannung am Donnerstagnachmittag: Bundespräsident Christian Wulff hat angekündigt, um 15.30 Uhr im Berliner Schloss Bellevue eine Erklärung abzugeben.

+++ 15:03 Schnäppchenkredit von der Bank? +++

Wulff soll bei der Ablösung des 500.000-Euro-Kredits des Unternehmerehepaares Geerkens von der Bank besonders günstige Konditionen erhalten haben. Wie "Spiegel Online" berichtet, schloss Wulff bei der BW-Bank keinen normalen Immobilienkredit ab, sondern ein komplexes Finanzkonstrukt wie es eher bei Unternehmen, nicht aber bei der Finanzierung eines Eigenheimes üblich sei. So seien die Zinsen um die Hälfte niedriger als bei der Immobilienfinanzierung von normalen Kunden gewesen.

+++ 14:55 Uhr: Sprecher bat um Entlassung +++

Wenige Augenblicke zuvor hatte das Präsidialamt auch bekannt gegeben, dass Olaf Glaeseker nicht mehr als Sprecher Wulffs fungiert. Offenbar hat er selbst um seine Entlassung gebeten. Im Zuge der Berichterstattung über den Privatkredit und die privaten Urlaubsreisen Christian Wulffs habe sich abgezeichnet, dass sich die Affäre nun auch auf das Privatleben Glaesekers ausweite, hieß es aus dem Umfeld des Präsidialamts. Glaeseker sei nicht bereit gewesen, eine solche öffentliche Erörterung seines Privatlebens hinzunehmen.

+++ 12:07 Uhr: Staatsanwalt will nicht ermitteln +++

Am Mittag gab die Staatsanwaltschaft Hannover bekannt, dass sie wegen des umstrittenen Kredits des Unterenehmerehepaars Geerkens keine Ermittlungen aufnehmen werde.

fw/DPA/AFP/Reuters DPA Reuters

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