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"Der kann es nicht": Ost-Linke haben genug von Ernst

Im stern.de-Interview vor wenigen Tagen hatte Klaus Ernst 2010 "ein bitteres Jahr" genannt. 2011 könnte für den Chef der Linkspartei noch bitterer werden. Laut einem Zeitungsbericht sägen führende ostdeutsche Linke an seinem Stuhl.

Führende Vertreter der Linkspartei in Ostdeutschland wollen einem Zeitungsbericht zufolge den Vorsitzenden Klaus Ernst spätestens nach der Wahl des Berliner Abgeordneten-Hauses im September 2011 stürzen. Der Thüringer Fraktionschef Bodo Ramelow habe indirekt angedeutet, dass der Erfurter Programmparteitag im Oktober 2011 zum Wahlparteitag umfunktioniert werden könnte, schreibt die "Mitteldeutsche Zeitung".

Weitere Schwierigkeiten bei der Debatte über das Grundsatzprogramm sollen Ernst dem Bericht zufolge ebenso zur Last gelegt werden wie mögliche Misserfolge bei den anstehenden Landtagswahlen in Westdeutschland. "Der kann es nicht", zitiert das Blatt ein führendes Mitglied der Partei.

"Ernst reflektiert immer nur die West-Erfahrung"

Ramelow erklärte der Zeitung: "Klaus Ernst zieht sich zu sehr auf sich selbst zurück. Er begreift die Pluralität unserer Partei nicht und nicht ihre zwei Aggregate: nämlich die Westerfahrung und die Osterfahrung. Ernst reflektiert immer nur die West-Erfahrung."

Der Spitzenkandidat der Linkspartei bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Wulf Gallert, kritisierte Ernsts jüngste Äußerung, wonach es im Osten einige gebe, "die sich nicht damit abfinden können, dass es jetzt nicht mehr die alte PDS gibt. Diese Leute haben durch die Fusion an Einfluss verloren." Gallert sagte dazu: "Die alte PDS hat eine Menge Erfolg gehabt und eine Menge Dinge vorangebracht? gerade im Osten. Es wäre deshalb gut, wenn alle in der Führungsspitze diesen Erfahrungsschatz zur Kenntnis nehmen."

mad/DAPD / dapd