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30. Jahrestag der Ernennung zum Kanzler Schäuble kommt zu Kohl-Feier


Obwohl ihre persönliche Beziehung zutiefst zerrüttet ist, wird Wolfgang Schäuble an der Ehrung von Altkanzler Kohl in Berlin teilnehmen. Kohl seinerseits hatte Schäubles Geburtstagsfeier abgesagt.
Von Hans Peter Schütz

An der großen Feier, die Kanzlerin Angela Merkel am 27. September im Deutschen Historischen Museum in Berlin für Helmut Kohl zum 30. Jahrestag seiner ersten Wahl zum Bundeskanzlerausrichten lässt, wird auch Wolfgang Schäuble teilnehmen. Das bestätigten die Familie Schäuble und das Bundesfinanzministerium stern.de. Altkanzler Helmut Kohl hatte es dagegen ohne Begründung abgelehnt, zu der großen Geburtstagsfeier für Wolfgang Schäuble zu kommen, die am kommenden Mittwoch im Deutschen Theater in Berlin aus Anlass seines 70. Geburtstages von der CDU/CSU-Fraktion veranstaltet wird.

Die Teilnahme Schäubles an der Kohl-Feier kann jedoch nicht als symbolische Versöhnung der beiden Politiker verstanden werden. Im Deutschen Museum soll Kohl auch mit einer Sonderbriefmarke für seine Verdienste als Kanzler geehrt werden. Dafür wäre eigentlich Schäuble in seiner Funktion als Bundesfinanzminister zuständig. Schäuble hatte jedoch die Übergabe der 55-Cent-Marke mit dem Konterfei Kohls abgelehnt. Die Ehrung muss daher von Angela Merkel selbst vorgenommen werden. Sie wird die Sondermarke zum Abschluss der Kohl-Ehrung im Historischen Museum an den Altkanzler überreichen.

Seine Teilnahme an der Kohl-Feier begründet das Umfeld Schäubles mit dem Hinweis, dass sich der Finanzminister sich sehr wohl zum Kohl-Jubiläum bekennen könne, da er viele Jahre politisch dafür gekämpft habe, dass Kohl Kanzler wird. Zu diesem Teil der Partnerschaft bekenne er sich heute nach wie vor.

Zerwürfnis wegen Parteispendenaffäre

Zugleich heißt es in Schäubles Umfeld, dass das Zerwürfnis der beiden Politiker seine Ursache darin habe, wie Kohl Schäuble in die Parteispendenaffäre hineingezogen und ihn damit letztlich um den CDU-Vorsitz gebracht hat. Die Teilnahme Schäubles an der Kohl-Feier dürfe nicht als Versöhnung verstanden werden.


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