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Gauland und Weidel Dieses ungleiche Duo führt die AfD in den Bundestagswahlkampf

AfD-Tandem: Alexander Gauland und Alice Weidel
Alexander Gauland und Alice Weidel führen die AfD in den Wahlkampf
Im Wahlkampf setzt die AfD auf ein Tandem aus einer Frau und einem Mann: Alexander Gauland ist als Vize-Parteichef bereits vielen bekannt, Alice Weidel positioniert sich erst seit Kurzem auch häufiger in der Öffentlichkeit.

Parteivize Alexander Gauland und die baden-württembergische Spitzenkandidatin Alice Weidel sollen die AfD in den Bundestagswahlkampf führen. Damit hat die Partei ihre Chefin Frauke Petry ein Stück weit entmachtet. Die Delegierten wählten das Spitzenduo am Sonntag auf einem von Protesten begleiteten Parteitag in Köln.

Gauland ist der wichtigste Strippenzieher der Partei seit 2015. Der ehemalige CDU-Mann genoss früher auch in ideologisch anders gelagerten Milieus einen gewissen Respekt als konservativer Intellektueller. Einige seiner einstigen Weggefährten und Bekannten aus der Zeit als Staatskanzleichef in Hessen und Zeitungsverleger in Potsdam haben sich heute von ihm abgewandt. Der 76-Jährige gilt als wichtigster Unterstützer der Rechtsnationalen in der AfD.

AfD: Gaulands schützende Hand über Björn Höcke

Auch über den Thüringer Rechtsausleger Björn Höcke, gegen den ein Parteiausschlussverfahren läuft, hält er seine schützende Hand. In Sachen Zuwanderung liegt Gauland mit ihm auf einer Linie. Kürzlich warnte er: "Der Bevölkerungsaustausch in Deutschland läuft auf Hochtouren." Parteifreunde sagen über Gauland, der Bildungsbürger im feinen Tweed habe erst im direkten Kontakt als Wahlkämpfer seine Liebe zum "kleinen Mann" entdeckt.

Weidel ist außerhalb ihres baden-württembergischen Landesverbandes noch nicht sehr bekannt. Die promovierte Volkswirtin war über die Kritik an der Eurorettungspolitik zur AfD gestoßen. Die bisweilen völkische Rhetorik des Höcke-Flügels lehnt die 38-Jährige zwar ab. Anders als die Rechtsnationalen, die eine Netto-Auswanderung von Ausländern für wünschenswert halten, ist Weidel für eine "gesteuerte qualifizierte Zuwanderung", aber auch gegen eine "Politik der offenen Grenzen, die vor allem muslimische Armutsmigranten ohne Qualifikation nach Deutschland lockt".

Die Unternehmensberaterin hat beruflich viel in China zu tun gehabt. Sie lebt mit ihrer Lebensgefährtin und zwei Kindern am Bodensee. An den öffentlich ausgetragenen Machtkämpfen der Parteispitze hat sich Weidel bislang nicht beteiligt. In Interviews wird sie gelegentlich gefragt, warum sie mit ihren wirtschaftsliberalen Ideen nicht Mitglied in der FDP wird.

tim DPA

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