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Nach Enthüllung des stern Ärger bei der AfD: Höcke und Gauland zweifeln NRW-Listenwahl an

Alexander Gauland und Björn Höcke sind nicht begeistert von den geheimen Absprachen
Alexander Gauland und Björn Höcke sind nicht begeistert von den geheimen Absprachen
© Sebastian Kahnert/DPA
Der stern hat geheime Chat-Protokolle einer Whatsapp-Gruppe der NRW-AfD enthüllt, die bisher fast alle ihre Leute auf der Liste für die Landtagswahl platzieren konnte. Die Absprachen im Chat sorgen nun für reichlich Ärger in der Partei.

In der AfD sorgt der Bericht des stern über geheime Absprachen bei der Wahl der Listenkandidaten für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen für große Aufregung. "Angesichts der vorliegenden Dokumente vom Listenparteitag scheint fraglich, ob bei der Kandidatenwahl alles mit rechten Dingen zugegangen ist", teilten der Thüringer AfD-Vorsitzende Björn Höcke und der stellvertretende Bundesvorsitzende Alexander Gauland am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung mit. Es gehe unter anderen um "Tricksereien". Die Listenwahl solle deshalb von einem Schiedsgericht überprüft werden. 

Eine Sprecherin des Landesverbands sagte, zu der Ankündigung von Gauland und Höcke wolle man sich in NRW zunächst nicht äußern. Bisher gebe es keine Anhaltspunkte dafür, dass man die Landesliste in Frage stellen müsste, sagte Renate Zillessen der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. Nach vorläufiger Einschätzung sei weder gegen Parteirecht noch gegen Satzungen verstoßen worden.

Geheime Chat-Protokolle einer Whatsapp-Gruppe

Höcke und Gauland bezogen sich auf den Bericht des stern, der aus geheimen Chat-Protokollen einer AfD-Gruppe in NRW zitiert hatte. Bei den Mitgliedern dieser Whatsapp-Gruppe handelt es sich um Unterstützer des NRW-Landesvorsitzenden Marcus Pretzell, dem Lebensgefährten der AfD-Bundesvorsitzenden Frauke Petry. Die Gruppe hatte bei zwei Wahlparteitagen als Strippenzieher agiert und über Parteimitglieder gelästert. AfD-Mitglied Detlef Küsters hatte an die Mitglieder der Chat-Gruppe unter anderem geschrieben: "Was rennen bei uns nur für Vollpfosten rum" und "was haben wir nur für Pappnasen in der Partei."

"Diese Gruppe äußert sich in herablassender und in einer der innerparteilichen Debatte unwürdigen Art und Weise über andere AfD-Mitglieder", kritisierten Gauland und Höcke. Sie arbeite lieber mit Tricksereien, statt mit Argumenten zu überzeugen.

Pretzell selbst erklärte auf Anfrage, er sei nicht Mitglied dieser Gruppe. Der AfD-Landeschef war Anfang September in Soest mit 54 Prozent der Delegiertenstimmen zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am 14. Mai gewählt worden. 

car DPA

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