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Nach stern-Recherche: Hitler-Filmchen versendet: So reagiert die AfD auf ihren Abgeordneten im Bundestag

Einmal kam er bereits durch, nun könnte es für den AfD-Abgeordneten Stefan Keuter eng werden. Dass er Nazibilder auch schon vor seiner Zeit im Bundestag verschickte, kommt nicht gut an in den Vorständen seiner Partei.

Von Marcus Bensmann und Wigbert Löer

AfD-Abgeordnete Stefan Keuter und ein tanzender Adolf Hitler

AfD-Chef Alexander Gauland hält das Versenden der Hitler-Bilder durch Stefan Keuter für geschmacklos

Picture Alliance

Die Erklärung, um das Verhalten als harmlos hinzustellen, war einfach. Er habe als Bundestagsabgeordneter Fotos mit Bezug zum Nationalsozialismus auf Whatsapp doch nur einem Mitarbeiter geschickt, sagte der AfD-Politiker Stefan Keuter. Und dieser Mitarbeiter habe das Bildmaterial eben archivieren und politisch einordnen sollen. Das Whatsappen von Bildern, die Rechtsextreme lustig, schön, motivierend oder vielleicht auch alles zusammen finden - bei Keuter wurde es zu einer Art Arbeitsgang im Abgeordnetenalltag. Wichtig war ihm noch, dass seine Familie Opfer des Nationalsozialismus, sein Vater nämlich auf der Flucht geboren sei.

Am Donnerstag nun enthüllte der stern, dass Keuter auch schon vor seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter Nazi-Bilder versendete. Vom stern mit der Tatsache konfrontiert, erklärte Keuter: "Wenn ich derartige Bildmaterialien versandt haben sollte, dann geschah dies zu Dokumentationszwecken." Diese Reaktion überraschte. Nach Keuters Logik könnte dann ja jeder AfDler fleißig Nazi-Bildchen verschicken. Er müsste nur sagen, dies "zu Dokumentationszwecken“ zu tun.

Gauland: Ich halte es für geschmacklos

Offenbar sehen AfD-Offizielle die Sache anders. Christian Lüth, Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, sagt mit Blick auf die neue Enthüllung: "Solche Bilder sind weder witzig noch anderweitig verwendbar. Jeder, der so etwas auch nur im Spaß versendet, sollte sich überlegen, ob er seiner Verantwortung als Politiker gerecht wird.“ Lüth gilt als Vertrauter des Partei- und Fraktionsvorsitzenden Alexander Gauland.

Gauland selbst lässt sich zu seinem Abgeordneten so zitieren: "Ich habe keinen Grund, an den Aussagen von Herrn Keuter zu zweifeln. Dennoch halte ich die Bilder und ihr Versenden für geschmacklos." Der Bezug des ersten Gauland-Satzes ist nicht ganz klar. Dass er Keuters Verhalten dann aber "geschmacklos“ nennt, kommt bei dem grundsätzlich auf Ausgleich bedachten Parteichef einer Verurteilung zumindest nahe.

Stefan Keuter (AfD) spricht im Bundestag

Auch der NRW-Landesverband sieht es kritisch

In Keuters Landesverband, der AfD in Nordrhein-Westfalen, äußert sich der Ko-Vorsitzende Helmut Seifen: "Die neue Recherche ändert die Situation vollkommen“, sagte Seifen dem stern. "Wir werden jetzt erst einmal Herrn Keuter zu diesem Sachverhalt befragen und dann im Landesvorstand beraten, welche Maßnahmen wir ergreifen. Sollte zutreffen, was der stern berichtet, wird es wohl schwierig sein, Herrn Keuter weiter zu stützen."

Die AfD fürchtet gerade die Beobachtung durch den Verfassungsschutz und will vermeiden, mit Rechtsextremismus und Nationalsozialismus verbunden zu werden. Auch an der Causa Keuter wird man sehen können, wie konsequent die Partei handelt.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.