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Affäre um Neonazi-Zelle: Verfassungsschutzpräsident Fromm bietet Rücktritt an

Das Rücktrittsgesuch richtet sich an Innenminister Hans-Peter Friedrich. In den letzten Wochen war bekannt geworden, dass beim Kölner Bundesamt nach der Aufdeckung der Neonazi-Mordserie Aktien vernichtet wurden.

Verfassungsschutzpräsident Heinz Fromm hat einem Pressebericht zufolge nach der Affäre um die Vernichtung von Akten über Rechtsextremisten am Montagmorgen seinen Rücktritt angeboten. Das berichtete die in Düsseldorf erscheinende "Rheinische Post" auf ihrer Internetseite unter Berufung auf Regierungskreise. Mit der an Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) gerichteten Bitte um Entlassung ziehe Fromm die Konsequenzen aus den Pannen bei den Ermittlungen gegen die Neonazi-Zelle "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) sowie die jüngst bekanntgewordenen Vernichtung brisanter Akten von Verfassungsschützern im Zusammenhang mit der NSU.

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass Akten mit Informationen über thüringische Rechtsextremisten im November 2011 beim Kölner Bundesamt kurz nach der Aufdeckung der Neonazi-Mordserie vernichtet worden waren. Dadurch war Fromm unter Druck geraten, der Vorgang sorgte für Empörung quer durch alle Parteien. Friedrich hat die Aufklärung des Vorgangs zugesagt.

AFP / AFP