Afghanistan Jung will baldigen Tornado-Einsatz


Geht es nach dem Willen von Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung könnten deutsche Tornado-Aufklärungsflugzeuge bereits Mitte April in Afghanistan eingesetzt werden. Die SPD ist "verwundert" über diese Idee.

Deutsche Tornado-Aufklärungsflugzeuge könnten nach Angaben von Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) schon in den nächsten Monaten in Afghanistan zum Einsatz kommen. Das sagte Jung der "Bild"-Zeitung. "Vorausgesetzt, das Kabinett fasst den Beschluss und der Bundestag stimmt diesem zu, könnten die Tornados schon Mitte April in Afghanistan eintreffen", sagte Jung. Das Bundeskabinett will über die Bereitstellung von sechs bis acht Tornados beschließen, der Bundestag soll Anfang März entscheiden.

Unterdessen hat sich der SPD-Verteidigungspolitiker Hans-Peter Bartels "verwundert" darüber geäußert, dass SPD-Fraktionschef Peter Struck die Abstimmung im Bundestag über den Tornado-Einsatz als Gewissensfrage freistellen will. Bisher sei er davon ausgegangen, "dass alle Auslandseinsätze der Bundeswehr einer gemeinsamen politischen Rationalität folgen und in der Fraktion beschlossen werden", sagte Bartels der "Frankfurter Rundschau".

Struck hatte mitgeteilt, er habe "jedem Abgeordneten der SPD-Bundestagsfraktion freigestellt, ob er Ja oder Nein" sage. Hier gehe es "um eine echte Gewissensentscheidung".

Die Tornado-Jets sollen im nordafghanischen Masar i Sharif am Sitz des Isaf-Hauptquartiers für die Nordregion unter deutscher Zuständigkeit stationiert werden. Die Aufklärungsflugzeuge sollen im umkämpften Süd-Afghanistan anderen Nato-Truppen Bilder für Bombardierungen von Taliban-Stellungen liefern, selbst aber keinesfalls Kampfeinsätze fliegen.

DPA DPA

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