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stern-Umfrage: Martin Schulz wäre ein stärkerer Herausforderer für Merkel als Gabriel

Wird EU-Parlamentschef Martin Schulz in die Bundespolitik wechseln? Laut einer stern-Umfrage sollte die SPD alles dafür tun. Denn eine Mehrheit würde ihn als Außenminister begrüßen. Er wäre zudem eine größere Gefahr für Angela Merkel.

Angela Merkel und Martin Schulz stehen hintereinander - Bald Konkurrenten ums Kanzleramt

Angela Merkel und Martin Schulz: Sind sie bald direkte Konkurrenten ums Kanzleramt? Laut einer stern-Umfrage hätte Schulz größere Chancen als Sigmar Gabriel.

Wenn Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) im Februar neuer Bundespräsident werden sollte, könnte sich dessen möglicher Nachfolger Martin Schulz der Zustimmung einer Mehrheit der Deutschen sicher sein. 54 Prozent würden es begrüßen, wenn der SPD-Mann und derzeitige Präsident des EU-Parlaments bis zur nächsten Bundestagswahl neuer Außenminister würde – darunter vor allem die Anhänger der eigenen Partei (73 Prozent), der Grünen (62 Prozent) und der Union (61 Prozent). 24 Prozent lehnen ihn als Steinmeier-Nachfolger ab, 22 Prozent haben dazu keine Meinung.

Wäre Martin Schulz und nicht Sigmar Gabriel Kanzlerkandidat der SPD, würden sich bei einer Direktwahl des Bundeskanzlers jetzt 27 Prozent für ihn und 49 Prozent für Angela Merkel entscheiden. Träte Gabriel gegen Merkel an, würden 16 Prozent für ihn stimmen, für die CDU-Chefin 50 Prozent – darunter sogar ein Drittel (33 Prozent) der SPD-Anhänger.

Amtszeit begrenzen? Deutsche nach neuer Kandidatur von Angela Merkel uneins

Ob Schulz oder doch wieder Merkel, die Kritik an der unbegrenzten Amtszeit für den Bundeskanzler wächst. Sollte Merkel im kommenden Jahr erneut zur Kanzlerin gewählt werden, wäre sie nach ihrer vierten Amtszeit 16 Jahre lang Regierungschefin gewesen – so lange wie vor ihr nur Helmut Kohl, der von 1982 bis 1998 amtierte. Obwohl eine Mehrheit ihre erneute Kandidatur begrüßt, plädieren nach einer Forsa-Umfrage für den stern 48 Prozent der Bundesbürger dafür, die Amtsdauer eines Bundeskanzlers künftig zu begrenzen – die meisten davon, nämlich 37 Prozent, halten zwei Legislaturperioden von jeweils vier Jahren für ausreichend. 49 Prozent aller Befragten lehnen eine Begrenzung ab. Mehrheitlich dagegen sind vor allem die 18- bis 29-Jährigen (56 Prozent) und die Anhänger der Union (64 Prozent).

Dass sich Kanzlerin Merkel, die in der vergangenen Woche US-Präsident Barack Obama in Berlin begrüßte und mit ihm und vier europäischen Staats- und Regierungschefs die Weltlage beriet, mehr um die Probleme in Deutschland als um die Krisen in aller Welt kümmern sollte, meinen 47 Prozent der Bundesbürger – darunter 86 Prozent der AfD-Sympathisanten. Mit ihrer Politik einverstanden sind hingegen 50 Prozent – darunter mehrheitlich die Anhänger der Union (68 Prozent), der Grünen (68 Prozent), der Linken (58 Prozent) und der Befragten mit Abitur oder Hochschulstudium (58 Prozent).

Datenbasis: Das Forsa-Institut befragte am 17. und 18. November 2016 im Auftrag des Magazins stern 1002 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 3 Prozentpunkten.





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