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Attacke auf den Kanzlerkandidaten: Seehofer kratzt an Steinbrücks Angreifer-Image

Peer Steinbrück gibt sich gern provokant und bissig. Doch CSU-Chef Horst Seehofer will diese Ansicht nicht teilen: Er habe den SPD-Kanzlerkandidaten als "konfliktscheu und pflegeleicht" kennengelernt.

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer hat der Union mit Blick auf den SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück Gelassenheit empfohlen. "Auch wenn es viele nicht glauben wollen: Sigmar Gabriel wäre für die Kanzlerin und die Union der wesentlich unangenehmere Gegner gewesen", sagte der bayerische Ministerpräsident der "Bild"-Zeitung. Der SPD-Chef hätte "die Herzen kleiner Leute erreichen und die Partei mobilisieren" können. Dies lasse sich über Steinbrück "wahrlich nicht sagen".

Seehofer widersprach dem Image des SPD-Kanzlerkandidaten als einem "hartgesottenen, durchsetzungsfreudigen Sachpolitiker". In der großen Koalition unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) habe er als Verbraucherminister den damaligen Bundesfinanzminister Steinbrück eher als "pflegeleicht und konfliktscheu" wahrgenommen. Deshalb zittere er vor dem SPD-Herausforderer "überhaupt nicht" und sehe auch nicht die Gefahr, dass Steinbrück der Union bürgerliche Stimmen abnehmen werde.

FDP soll sich zu Schwarz-Gelb bekennen

Seehofer forderte die FDP zu einem Bekenntnis zur Fortsetzung der schwarz-gelben Koalition auf. "Die FDP wäre gut beraten, wenn sie 2013 erneut geschlossen bürgerliche Politik vertritt. Nur so werden die Liberalen wieder Tritt fassen." Der Gedanke an eine Ampel-Koalition mit SPD und Grünen wäre für die FDP "nicht mehr als verführerisches Gift", da passe "inhaltlich nun wirklich nichts zusammen".

Der CDU-Landesvorsitzende von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, hält 2013 eine schwarz-grüne Koalition für möglich, wenn sich aus der Bundestagswahl keine bürgerliche Mehrheit ergibt. "Am Ende wird man sehen müssen, wo die größeren Schnittmengen sind", sagte er der Zeitung "Die Welt". "Die SPD sollte sich nicht zu sicher sein, sich in eine große Koalition retten zu können." Laschet räumte Steinbrück geringe Erfolgsaussichten gegen Kanzlerin Merkel ein. "Als Ministerpräsident in NRW hat Steinbrück eine schlechte Bilanz hinterlassen, und die Wähler haben ihn dafür 2005 abgewählt. Deshalb hat er in Nordrhein-Westfalen eher einen schwereren Stand."

lin/DPA / DPA