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Berlin vertraulich!: Die Wahrheit über Kohls Flug-Klo

Dass ein Berliner Journalist die Bord-Toilette des Altkanzlers ausgemessen haben soll, ist eine böse Verleumdung. Dass Horst Seehofer Edmund Stoiber vermisst und Wolfgang Schäuble seinen eigenen Fingerabdruck signiert, hingegen nicht.

Von Hans Peter Schütz

Falsch ist diese immer wieder gerne erzählte Zote: Mainhardt Graf von Nayhauß-Cormons, mit 81 dienstältester Hauptstadt-Journalist und nimmermüder Kolumnist, habe einst an Bord der Kanzlermaschine von Helmut Kohl mit dem Zentimetermaß das Örtchen des Bundeskanzlers genau ausgemessen, um festzustellen, ob es sich um eine XXL-Version handelte. Eine böse Verleumdung: Der Kollege recherchiert zwar präzise, aber taktlos ist der Graf nicht. Die Falschmeldung stammt aus der Gerüchteküche des "Spiegels" und wurde trotz vieler Dementis immer wieder aufgetischt. Richtig ist, dass Nayhauß öfter mit Spitzenpolitikern der Bundesrepublik auf Dienstreisen in der Luft war als jeder andere Kollege. Er hat vier Kanzler, mehrere Bundespräsidenten und viele Minister auf über 120 Reisen begleitet, war 1374 Stunden in der Luft und flog 1.046.765 Kilometer. Das jedenfalls hat ihm die Luftwaffe ausgerechnet.

So einer kann natürlich mehr aus dem Nähkästchen der Mächtigen plaudern als jeder andere. Er tut es jetzt in seinem überaus amüsanten, weithin mit selbst geschossenen Schnappschüssen illustrierten Buch "Die Geheimnisse der Kanzlerreisen" (Helmut Lingen Verlag, Köln, 19,95 Euro). Wie es zuging außerhalb des Protokolls? US-Präsident Jimmy Carter murmelte einmal über Kanzler Helmut Schmidt, der Deutsche könne zuweilen "a pain in the ass" sein, was mit "eine richtige Nervensäge" sehr freundlich übersetzt ist. Oder wie Helmut Kohl in China Buben beim Drachensteigen beobachtete und bat: "Lasst mich mal, ich kann das auch." Und wie Kohls Fahrer Ecki Seeber dem Chef auf Reisen im Hotel stets liebevoll den Schlafanzug auspackte und die Pantoffeln vors Bett stellte. Einmal ging Nayhaus mit Kohl in Australien im Meer baden. Strenge Auflage: Es darf nicht fotografiert werden. Man kann sich denken, weshalb. Sehr schade, gerade dieses hätte man gerne gesehen.

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Wieder einmal ist Geschlossenheit in der CSU beschlossen worden. Alle haben sich auf einer Klausursitzung im Wildbad Kreuth treuherzig in die weißblauen Augen geblickt und geschworen: "Jawoll, ganz geschlossen san mir! Alle stehen wir treu und brav zum angeschlagenen Führungsduo Günther Beckstein und Erwin Huber." Bloß, glaubt den Treueschwur keiner. Allenfalls hält er bis zur bayerischen Landtagswahl im September. Spätestens dann wird man wieder von dem neuen Berliner Freundschafts-Duo Horst Seehofer und Markus Söder hören, dem bayerischen Bundesbauernminister und dem bayerischen Bundesratsminister. Die beiden sind die Traumbesetzung für Klatsch in der Berliner Kulisse. Ob das denn wahr sein könne, fragen manche, denn sie erinnern noch gut, dass ausgerechnet Söder, damals noch CSU-General, im Verdacht stand, die Liaison Seehofers mit außerehelichen Folgen vergangenes Jahr publik gemacht zu haben. Und daraufhin hat Seehofer - angeblich mit Blick auf Söder - gedroht, er habe "jede Menge Material?" Gegen wen? Wohl vor allem gegen Teile der CSU-Landesgruppe und deren Chef Peter Ramsauer, der noch gut Freund mit Seehofer und Söder war.

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Die Botschaft, die vor allem von Seehofer ausgeht: Unter Stoiber war alles viel, viel besser. Dazu passen etliche giftige Gemeinheiten aus seinem Mund, alle verbürgt. Etwa dieser Spruch: Gingen Huber/Beckstein über den Münchner Marienplatz, würde sie kaum einer erkennen. "Denen" traut er auch nicht zu, Bierzelte zu füllen. Besonders hübsch der Satz des Ministers, der so gerne CSU-Chef geworden wäre: Wenn die CSU bei der Landtagswahl 60 Prozent erreiche und die Union 2009 auf "deutlich über 40 Prozent kommt," dann setze er "niemanden unter Druck." Sein einziger Maßstab sei der Erfolg, "dann werde ich ein sehr friedlicher Teamspieler sein." Wie das aktuell zu verstehen ist, wenn nicht als Drohung? Sagen wir es so - die derzeitigen 50 Prozent der CSU sind ziemlich weit von den geforderten 60 Prozent entfernt.

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Seinen 50. Geburtstag hat jetzt der Bundesgeschäftsführer der Linkspartei, Dietmar Bartsch, in der Parteizentrale in Berlin Mitte gefeiert. Unter den Gästen auch Carola Bluhm, die Fraktionsvorsitzenden der Linkspartei im Berliner Landesparlament. Die Mitarbeiter feierten den Chef mit einem Sketch, in dem der Spruch vorkam: "Und nimm keine Flaschen aus anderen Parteien auf." Da konnte Bluhm, die mit der WASG und anderen westlichen Zuläufen noch nie etwas anfangen konnte, nicht mehr an sich halten: "Dafür ist es schon zu spät."

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"Mein Fingerabdruck ist kein Geheimnis, den kann jeder haben," hat Innenminister Wolfgang Schäuble erklärt, nachdem sein Fingerabdruck vom Chaos Computer Club auf einem Glas gesichert worden war. Yamando.de vermarktet ihn jetzt als Kunstwerk in verschiedenen Farbvarianten als Blickfang im Wohnzimmer, als Geschenk für CDU-Wähler oder das Büro. Ein Exemplar ging ans Büro Schäuble, wo es von ihm signiert und dann für einen guten Zweck versteigert werden soll. Schäuble sieht es entspannt: "ich habe nichts zu befürchten."

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(