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Biologische Vielfalt: Merkel fordert mehr Schutz der Arten und Lebensräume

Zum Auftakt des Jahres der biologischen Vielfalt hat Bundeskanzlerin Merkel zu noch stärkeren Anstrengungen beim weltweiten Artenschutz aufgerufen.

Zum Auftakt des Jahres der biologischen Vielfalt hat Bundeskanzlerin Merkel zu noch stärkeren Anstrengungen beim weltweiten Artenschutz aufgerufen. Der Verlust an Arten und Lebensräumen sei dramatisch und das Tempo beängstigend, sagte die CDU-Chefin am Montag in Berlin. "Wir brauchen eine Trendwende - jetzt unmittelbar und nicht irgendwann", forderte sie. Das Artensterben sei ein ebenso elementares Problem wie die Erwärmung des Erdklimas.

Merkel hielt die Festrede während der Auftaktveranstaltung im Berliner Naturkundemuseum zum Auftakt des Internationalen Jahrs der biologischen Vielfalt, das die Vereinten Nationen ausgerufen haben. Ziel ist es, das Thema stärker ins Bewusstsein zu rücken. Denn trotz jahrzehntelanger Anstrengungen schwindet der Biodiversität in dramatischem Tempo und Ausmaß.

Nach Daten der Weltnaturschutzorganisation IUCN sind aktuell weltweit mehr als 16.000 Arten vom Aussterben bedroht, darunter etwa ein Viertel aller Säugetiere, ein Drittel aller Amphibienarten und 12 Prozent der Vogelarten.

Bei den Ökosystemen zeigt sich ein ähnliches Bild: Jährlich wird eine Waldfläche von 13 Millionen Hektar zerstört. Karibische Korallenriffe sind bereits zu 80 Prozent zerstört. Und auch in Deutschland sieht es bedenklich aus. Von den einheimischen Tierarten sind 35 Prozent bestandsgefährdet, von den Pflanzenarten 26 Prozent.

Wie das Umweltministerium berichtet, gibt es keine konkreten Zahlen darüber, wie viele Arten auf unserer Erde wirklich existieren. Schätzungen bewegen sich zwischen 10 und 100 Millionen, Experten gehen von zirka 15 Millionen existierenden Arten aus. Derzeit bekannt und beschrieben sind ca. 1,8 Millionen Arten, auf ihre Gefährdung hin untersucht wurden bisher ca. 40.000 Arten. Zirka 70 Prozent aller Arten finden sich in den Tropen und Subtropen.

APD / APD