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Streit um Rechtsaußen Höcke: AfD-Vorstand Poggenburg wirft Petry Probleme mit Demokratieverständnis vor

Nachdem die AfD ein Ausschlussverfahren gegen Björn Höcke beschlossen hat, kracht es zunehmend in der Partei. In einem Interview schossen Vize-Chef Alexander Gauland und sein Vorstandskollege André Poggenburg jetzt scharf gegen Frauke Petry.

AfD-Chefin Frauke Petry und der sachsen-anhaltinische Partevorsitzende André Poggenburg im März 2016 in Berlin

Das gemeinsame Lächeln ist ihnen mittlerweile vergangen: AfD-Chefin Frauke Petry und der sachsen-anhaltinische Partei- und Fraktionsvorsitzende André Poggenburg im März vergangenen Jahres in Berlin.

AfD-Vizechef Alexander Gauland hat Parteichefin Frauke Petry wegen des Falls Höcke erneut scharf kritisiert. Petry wolle den Thüringer Partei- und Fraktionschef Björn Höcke loswerden, weil sie um die Koalitionsfähigkeit der AfD fürchte, sagte Gauland der "Zeit". "Sie will die Partei an die CDU andocken", fügte Gauland hinzu. Er selbst wolle diese Nähe zur CDU nicht.

Gaulands Kollege im Parteivorstand der AfD, André Poggenburg, sagte dem Blatt, Petry werden "geschädigt aus diesem Konflikt hervorgehen". Der  sachsen-anhaltinische Partei- und Fraktionsvorsitzende fügte hinzu: "Wer unliebsame Positionen nicht aushält, hat wahrscheinlich selbst Probleme mit seinem Demokratieverständnis."

Der Bundesvorstand der AfD hatte am Montag mit Zweidrittelmehrheit ein Parteiausschlussverfahren gegen Höcke beschlossen. Hintergrund ist eine Rede Höckes, in der er mit Bezug auf das Holocaustmahnmal in Berlin von einem "Denkmal der Schande" sowie von einer "dämlichen Bewältigungspolitik" gesprochen und eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad" gefordert hatte. Außerdem unterstellte Höcke Parteikollegen, sie würden die Ziele der AfD alsbald verraten, um Teil des Berliner Politbetriebs zu werden.

mad / DPA / AFP