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Abgebrochenes Interview: Höcke oder Hitler? Mit diesen Zitaten konfrontierte das ZDF AfD-Abgeordnete

Ein ZDF-Reporter hat für ein Interview mit Björn Höcke Bundestagsabgeordnete der AfD mit zwei Zitaten des Politikers konfrontiert und gefragt, ob sie von Höcke oder von Adolf Hitler stammen. Die meisten wussten keine Antwort – einer tippte sogar auf Hitler.

Björn Höcke, Landessprecher der AfD von Thüringen

Björn Höcke, Spitzenkandidat der AfD bei der Landtagswahl in Thüringen, hat ein Interview mit dem ZDF auf Intervention seines Pressesprechers Günther Lachmann abgebrochen. In dem Interview sollte es um Höckes "Sprache" und um seinen "Blick auf das Land" gehen, wie ZDF-Reporter David Gebhard zu Beginn ausführt. Daraufhin konfrontiert der Journalist den AfD-Politiker mit Aussagen von Parteikollegen über zwei Zitate, die aus Höckes Buch "Nie zweimal in denselben Fluss“ stammen. Der Reporter hatte den AfD-Bundestagsabgeordneten allerdings nicht erzählt, dass die Zitate von Höcke stammen, sondern gefragt, ob sie von Höcke oder aus "Mein Kampf" von Adolf Hitler stammen.

Zitat 1: "Ein paar Korrekturen und Reförmchen werden nicht ausreichen, aber die deutsche Unbedingtheit wird der Garant dafür sein, dass wir die Sache gründlich und grundsätzlich anpacken werden. Wenn einmal die Wendezeit gekommen ist, dann machen wir Deutsche keine halben Sachen, dann werden die Schutthalden der Moderne beseitigt“.

Jens Maier tippt auf Hitler

Jens Maier aus Sachsen, der wie Höcke dem völkisch-nationalistischen Flügel angehört und bekannt ist für seine rassistischen Tweets über Noah Becker, muss erst lachen. Dann sagt er: "Da werde ich mich jetzt nicht festlegen“. Der ZDF-Reporter hakt nach: "Könnte von beiden sein?" Meyer antwortet: "Wenn eher aus 'Mein Kampf', würde ich sagen, und nicht von Herrn Höcke, würde ich sagen."

Björn Höcke bedient sich einer Sprache, die manchmal an Adolf Hitler erinnert 

Björn Höcke bedient sich einer Sprache, die manchmal an Adolf Hitler erinnert

Getty Images

Kay Gottschalk aus Hamburg, finanzpolitischer Sprecher der AfD im Bundestag, gibt zu, dass er nicht weiß, vom wem die Zitate stammen:  "Ich habe weder das eine noch das andere Buch gelesen. Insoweit muss ich passen. Ich weiß jetzt wirklich nicht aus welchem Buch sie es jetzt haben." (Höcke wirft ein: "Schade eigentlich"). Der ZDF-Reporter fragt weiter: "Sagt es nicht schon viel aus, dass sie dass nicht beantworten können, dass sich die Sprache anscheinend so ähnelt.“ Antwort: "Ich weiß jetzt wirklich nicht, aus welchem Buch sie es haben."

Martin Renner lehnt die Zitate inhaltlich ab

Karsten Hilse aus Hoyerswerda in Sachsen ist ebenfalls ganz ehrlich: "Das kann ich ihnen nicht sagen. Ich habe nicht alle Reden gelesen äh gesehen und ich habe auch "Mein Kampf" nicht gelesen, deswegen weiß ich es nicht."

Zitat 2: "Die Sehnsucht der Deutschen nach einer geschichtlichen Figur, welche einst die Wunden im Volk wieder heilt, die Zerrissenheit überwindet und die Dinge in Ordnung bringt, ist tief in unserer Seele verankert"

Mit dem zweiten Zitat konfrontiert der ZDF-Reporter den Bundestagsabgeordneten Martin Renner aus Nordrhein-Westfalen. Der antwortet: "Das weiß ich gar nicht. Das kann ich Ihnen nicht sagen." Und nach einer weiteren Nachfrage: "Wenn ich jetzt sage, es gefällt mir nicht, dann, wenn es von Höcke ist, dann gefällt mir nicht, dass Höcke das gesagt hat. Und wenn es von dem anderen Herrn, der auch mit H beginnt, ist, dann gefällt mir das schon zweimal nicht. Also von daher, da kann ich eigentlich gar nichts dazu sagen."

Auch die AfD-Abgeordneten Jürgen Pohl aus Magdeburg und Martin Reichhardt aus Golsar können die Zitate nicht zuordnen. Eines wird deutlich: Die Sätze, die beide von Höcke stammen, klingen sprachlich und inhaltlich auch in den Ohren von AfD-Politikern so, dass sie von Adolf Hitler stammen könnten.

Quelle: ZDF

tis