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Bundespräsident in Bonn: Für Joachim Gauck war Adenauer ein Mythos

An Tag zwei seines viertägigen Aufenthalts in der ehemaligen Hauptstadt Bonn spürt Bundespräsident Gauck im Konrad-Adenauer-Haus und im Haus der Geschichte der deutschen Vergangenheit nach.

Bundespräsident Joachim Gauck ist am zweiten Tag seines Besuchs in Bonn in die jüngere deutsche Geschichte eingetaucht.

Im Konrad-Adenauer-Haus im benachbarten Bad Honnef-Rhöndorf machte er sich am Dienstag auf Spurensuche nach dem ersten Bundeskanzler. "Ich kenne Adenauer natürlich sehr intensiv, aber nur aus dem Rundfunk - das war ein Mythos", sagte Gauck, der damals in der DDR lebte. Das beschauliche Rhöndorfer Anwesen sei ein "schönes Fleckchen Erde", sagte Gauck. "Manchmal träume ich davon, ein Rentner zu sein."

Bei einem Besuch im Haus der Geschichte in Bonn wurde das Staatsoberhaupt an die turbulenten Ereignisse vor und nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 erinnert. Er ist selbst ein wichtiger Zeitzeuge. Im März 1990 wurde er als Abgeordneter aus dem Wahlbezirk Rostock noch in die DDR-Volkskammer gewählt.

Ohne Bonn keine Bundesrepublik

"Ich hatte Glück, weil mich die Leute kannten, aber ich erreichte nur ein bescheidenes Ergebnis", erzählte Gauck. Er war zu DDR-Zeiten Pastor in Rostock und wurde in der Umbruchphase Mitglied von Bündnis 90. Ein halbes Jahr später erfolgte zum 3. Oktober mit der deutschen Wiedervereinigung die Selbstauflösung der Volkskammer.

Gauck würdigte erneut die Bedeutung Bonns für die Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland. "Wir können die Bundesrepublik nicht verstehen ohne Bonn." Mit seinem mehrtägigen Besuch in Bonn wolle er - gerade auch als Ostdeutscher - diese Bedeutung unterstreichen.

Der Bundespräsident hält sich für vier Tage in Bonn auf und führt von seinem Bonner Dienstsitz, der Villa Hammerschmidt, bis Donnerstag auch die Amtsgeschäfte.

nw/DPA / DPA
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