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Bundestagsvizepräsidentschaft: Petra Pau nominiert

Ob die Wahl diesmal klappt? Die Linkspartei hat für den ihr zustehenden Posten des Bundestagsvizepräsidenten die 42-jährige Petra Pau nominiert. Sie war zu DDR-Zeiten Leiterin bei den Pionieren.

Die Linkspartei hat - fünf Monate nach der dramatischen Niederlage ihres Parteichefs Lothar Bisky - Petra Pau für das den Posten des Bundestagsvizepräsidenten nominiert. Bisky selbst habe die 42-Jährige vorgeschlagen, sagte Fraktionschef Oskar Lafontaine am Montag in Berlin. Pau wurde einstimmig nominiert.

"Die Linke" hatte den ihr zustehenden Posten nach Biskys Scheitern zunächst unbesetzt gelassen. Paus Nominierung ist überraschend, da sie der Fraktion als profilierte Expertin für Innenpolitik gilt - und nicht so leicht ersetzt werden kann.

"Guter Wille"?

Pau sagte am Montag, es gebe gute Gründe, nach dem "Affront" gegen Bisky das Amt nicht mehr zu besetzen. Wenn der Bundestag aber bereit dazu sei, wolle sie auf diesem Posten besonders die Themen Demokratie und Bürgerrechte akzentuieren. Bereits für kommende Woche will die Linkspartei die Wahl beantragen. Lafontaine appellierte an den "guten Willen" der übrigen Bundestagsfraktionen, Pau nicht durchfallen zu lassen.

Bisky war vermutlich auch wegen seiner DDR-Biographie von vielen Parlamentarieren abgelehnt worden. Die gebürtige Berlinerin Pau hat ihren Werdegang selbst als "DDR-typisch" bezeichnet. Mit 18 trat sie 1981 in die SED ein und wirkte als Pionierleiterin und Lehrerin an der Parteihochschule "Karl Marx". Später baute sie PDS in Berlin zur dritten politischen Kraft aus.

DPA / DPA